Anspringen abtrainieren - so geht's!

Manche Hunde sind wahre Energie-Bündel. Sie hüpfen bei der Begrüßung. Sie hüpfen wenn sie ihren Futternapf sehen. Sie hüpfen, wenn sie die Leine sehen. Sie müssen offensichtlich in direkter Linie von Kängurus abstammen...

Natürlich können wir lange mit ihm üben. Wenn wir die Geduld und Ausdauer aufbringen, schaffen wir es irgendwann auch auf dem klassischen Weg.

Doch es gibt noch einen zweiten Weg: Damit wir auch solche Energie-Bündel unter Kontrolle bringen, machen wir ganz einfach ein Spiel daraus.

Zielstellung: Unser Hund wird belohnt, wenn er auf Kommando springt

Das Ziel ist so einfach wie ergreifend: Statt den Hund ständig mit strengem Kommando-Ton disziplinieren zu wollen, lenken wir sein Verhalten auf ein Spiel um. Wir geben ihm eine Ersatzhandlung, die sich für ihn lohnt:

Der Hund wird fürs Springen belohnt. ... Aber nur, wenn er auf Kommando springt.

Praxis-Tipp Baue von Anfang an ein Target-Stick in diese Übung ein oder lasse den Hund beim Springen mit der Nase an deine ausgestreckte Handfläche springen. Dann kannst du dieses Spiel fast beliebig kreativ ausbauen und sehr viele spannende Sachen damit anstellen.

Schritt 1: Wir brauchen ein Kommando: »Spring!«

Zuallererst brauchen wir ein eindeutiges Kommando. Das sollte sich - wie immer - von allen anderen Kommandos deutlich unterscheiden:

»Jump!« - »Spring!«

Schritt 2: Springen + Kommando = Belohnung

Wir beginnen damit, dass wir bei jedem - wirklich JEDEM - Sprung, den unser Hund macht, das Kommando gleich mitgeben: »Spring!«

Dabei ist nicht entscheidend, ob er allein gesprungen ist, oder ob er schon auf unser Kommando hört:

Jedes Mal, wenn er springt, sagen wir das Kommando. Und jedes Mal, wenn er nach dem Kommando wieder auf der Erde angekommen ist, gibt's eine Belohnung. Doch nur - wirklich NUR - wenn das Kommando dabei war. Niemals ohne Kommando belohnen.

20? 30? 50? - Er rafft's irgendwann. Je nachdem, wie aufgedreht bzw. pfiffig unser Hund ist: Nach etlichen Sprüngen hat er es kapiert: Belohnung gibt's nur mit Ansage.

Und deshalb lassen wir nach einiger Zeit (etwa nach 20 Sprüngen mit Kommando) immer mal wieder einen Sprung aus und geben kein Kommando mehr mit. Aber die Regel gilt immer noch: Sprung mit Kommando? Belohnung! Sprung ohne Kommando? Keine Belohnung!

Schritt 3: Das nutzen wir schamlos aus

Damit haben wir unseren Hund da, wo wir ihn haben wollen. Wir dürfen jetzt nur nicht aufhören.

Sobald der Hund kapiert hat: »Belohnung fürs Hüpfen gibt's nur mit Ansage.« wird er dich immer häufiger erwartungsvoll anschauen und darauf warten, dass du das erlösende Kommando gibst:

»Spring!«

Warte anfangs nicht zu lange damit. Wenn er sehr springfreudig ist, dann lasse ihn alle 10 oder 15 Sekunden hüpfen und gib ihm das sehnlich erwartete Kommando ... und anschließend sofort die Belohnung. 

Seid ihr soweit? Habt ihr es bis hierhin geschafft? Gut, dann kommt der eigentlich wichtige Teil:

Du vergrößerst die Zeitabstände zwischen deinen »Spring!«-Kommandos immer weiter. Erst nur 10 oder 15 Sekunden. Dann 30 Sekunden, dann 1 Minute ... und immer länger.

Innerhalb einer einzigen Trainingseinheit (insgesamt vielleicht 30 Minuten bis 2 Stunden) lernt dein Hund:

»Hüpfen lohnt sich nur,
wenn es angesagt wird.
Wenn das so ist,
dann spare ich meine Kräfte
bis zum Kommando...«

In eigener Sache: Wir brauchen deine Unterstützung!

Diese Website ist ein Community-Projekt. Hilf uns mit deiner Spende, diese Seite erhalten und mehr Inhalt bereitstellen zu können!

Jetzt per PayPal unterstützen

Zeige uns mit deiner Spende, für wie sinnvoll du es hältst, dass wir diese Seite weiterhin betreiben und für dich verbessern!