Logisch! Wenn er die Respektlosigkeit bei dir gelernt hat, wird er sie für "normal" halten. Dann macht er das irgendwann mit jedem. Auch mit fremden Hunden. Und mit Fremden, Bekannten, Freunden, Schwiegereltern, einfach mit jedem.
Lege deinen Hund seitlich zu deinen Füßen ins »Platz!« (Hoffentlich kann er wenigstens das. ;))
Dann sagst du den Fremden, Bekannten oder Freunden, dass sie den Hund NICHT BEACHTEN sollen.
Nicht anschauen. Nicht ansprechen. Nicht anfassen. Du bleibst beim Hund stehen und lässt deinen Gast zu dir kommen. Anschließend begrüßt ihr euch und macht, was ihr halt so machen wollt.
Du hältst währenddessen ein Auge auf deinen Hund: Zeigt er Anzeichen aufstehen zu wollen, legst du ihn SOFORT wieder ab. Er darf erst aufstehen, wenn er klare Zeichen von Ruhe zeigt: Das Maul geht auf, die Zunge kommt raus, der Blick schweift in der Gegend herum, die Ohren spielen in alle Richtungen, der Kopf wird schwer und sinkt nach unten, die Augen entspannen sich, vielleicht schließt er sie sogar, der Hund legt sich entspannter hin und knickt eventuell auch eine Vorderpfote ab. ... All das sind Zeichen der Entspannung.
Mit diesem Verhalten sagst du ihm »Mein Job! ICH begrüße unseren Gast zuerst. Und du darfst - vielleicht - später auch. Wenn du dich beruhigt hast. Denn ich will nicht, dass du unseren Gast aufregst und nervös oder sogar aggressiv gegen uns machst.«
Wenn du das konsequent durchziehst, wirst du schon sehr bald feststellen: »Mööööööööööönsch, mein Hund ist ja wie ausgewechselt. Der beruhigt sich im Platz so schnell, dass es sich schon fast gar nicht mehr lohnt, ihn abzulegen.« Und - ganz ehrlich - was wollen wir mehr? Denn NATÜRLICH soll er »Hallo!« sagen dürfen. Aber auf ruhige, zurückhaltende und vor allem höfliche Art. So, wie es auch andere Hunde von ihm erwarten, wenn er sie begrüßt.
Nicht "aussperren"! Wenn du deinen Hund ins Nachbarzimmer sperrst, beruhigst du ihn nicht, sondern regst ihn nur noch mehr auf. Doch dabei wird aus "exaltierter Freude" auch schnell Frust oder sogar Wut.
Lasse ihn zuschauen! Anstatt ihn auszusperren, lasse ihn zuschauen, wie es richtig geht. Und belohne seine Geduld damit, dass er eben später »
Hallo!« sagen darf.
»Platz!«, nicht »Sitz!« Das Liegen ist für den Hund selbst ein psychologisches Signal der Entspannung. Sein Körper entspannt sich von ganz allein nach einiger Zeit. Du hilfst ihm also sich zu entspannen, wenn du ihn hinlegst und nicht nur sitzen lässt.