»Gar grau ist alle Theorie.«, wusste schon Goethes Mephisto zu sagen. Schauen wir uns deshalb mal an, was das in der Praxis bedeutet.
Da es aber auf ALLE Praxis (Und wirklich überall und immer!) zutrifft, gäbe es Tausende Beispiele, die wir hernehmen könnten. Deshalb findest du auch viele Praxis-Beispiele im Abschnitt »Training« ausführlich beschrieben. Hier greifen wir uns einfach willkürlich eins heraus.
Nehmen wir an, du möchtest, dass dein Hund nicht aufs Sofa hopst.
Zunächst einmal wappnest du dich mit Konsequenz: Dein Hund darf NIEMALS - auch nicht in deiner Abwesenheit - auf das Sofa hüpfen. Das bedeutet für dich: Wenn du vermutest, dass er es "heimlich" macht, wenn du gerade nicht im Zimmer bist, dann behalte ihn unter Kontrolle. Dann muss er eben mit dir aus dem Zimmer gehen und darf erst wieder rein, wenn du auch da bist.
Das musst du IMMER durchziehen, denn schon die erste Ausnahme fühlt sich für deinen Hund so an: »Oh? Ich darf ab jetzt auf das Sofa? Cool! Gerne! Danke!«
Dann stärkst du dich und deinen Hund mit Disziplin. Ein klares, kurzes Kommando (beispielsweise: »Nein!«) muss ausreichen, um es ihm verbieten zu können. Schaffst du das nicht, fehlt es euch entweder an Konsequenz (Er hat's zwischendurch öfter mal gemacht.) oder an Disziplin (Er nimmt dich als Rudelführer nicht ernst.).
Und erst zu guter Letzt kommt die Zuneigung. Du belohnst deinen Hund für richtiges Verhalten. Hier reicht schon ein warmes Wort in freundlichem Tonfall (»Guter Junge!«); und dein Hund wird freudig mit dem Schwanz wedeln und Glückshormone ausschütten...
Auf die Zuneigung kann dein Hund verzichten. Die braucht er nicht direkt gezeigt zu bekommen. Denn du gibst ihm bereits damit, dass du dich als guter Rudelführer erweist, das warme Gefühl, beschützt und behütet zu sein. Und mehr wünscht er sich nicht. (Auch, wenn er gelgentlich nach dem Luxus des bequemen Liegens schielen sollte; so wie wir nach der Schokolade schielen.)
Aber um das warme Gefühl von Schutz und Sicherheit zu bekommen, braucht er einen souveränen, verlässlichen, freundlichen und klugen Rudelführer. Und der wiederum braucht Konsequenz & Disziplin.