Grundlagen für das Hunde-Training

Bevor du mit der Ausbildung deines Hundes beginnst, solltest du dir ein bisschen Grundwissen über Hunde im Allgemeinen, sowie die Rasse deines und den Charakter deines Hundes im Speziellen aneignen.

Das hilft dir, besser zu verstehen, "wie dein Hund tickt". Denn er versteht die menschliche Sprache nicht. Du kannst ihm Hundert Mal die Hausordnung vorlesen, er wird trotzdem fröhlich weitermachen...

Nicht quatschen! Machen!

Hunde verständigen sich untereinander nur mit Körpersprache und sehr wenigen Lauten. Sie quatschen nicht. Sie machen.

Profi-Tipp Je schwieriger das Lernen, desto weniger solltest du reden. Bei schwierigen oder neuen Kommandos solltest du also nur Geräusche machen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Das bedeutet für uns: Diskutieren & Schimpfen ist IMMER ZWECKLOS! Wenn dein Hund etwas falsch macht, dann hast du es ihm nicht richtig gezeigt. Überlege in solchen Fällen, was du falsch gemacht hast. Korrigere deine Fehler und zeige es ihm noch einmal. Dann aber besser (oder idealerweise: richtig).

Lob geht über Tadel

Hunde wurden für den Menschen gezüchtet. Bei der rund 5.000 Jahre währenden Zucht hat man großen Wert darauf gelegt, dass die Hunde dem Menschen dienen.

Dein Hund WILL dir gefallen. Er WILL alles richtig machen. Und er gibt sich IMMER - naja, fast immer - große Mühe dabei. Wenn es trotzdem nicht so gut gelingen will, dann versteht er meist nur nicht, was du ihm mitteilen willst.

Profi-Tipp Mit Lob lernt dein Hund zwar langsamer aber nachhaltiger. Das heißt: Versteht er erst einmal, dass du dich über die richtige Ausführung freust, wird er sich überschlagen, es immer wieder richtig zu machen, ... damit du dich freust.

Lobe zur richtigen Zeit, bestrafe sparsam

Einer der wichtigsten Knackpunkte beim Training mit Hunden ist das Lob zur richtigen Zeit. Denn es ist entscheidend, dass dein Hund das Lob mit dem Lernen in Zusammenhang bringen kann.

Der ideale Zeitpunkt für Lob ist - je nach Übung - das unmittelbare Ende der Übung oder die erste Minute danach. Lobst du später, weiß dein Hund gar nicht, warum du ihn lobst. Und lobst du ihn früher, weiß er auch nicht, warum, denn er ist ja noch gar nicht fertig.

Entsprechend sieht es mit dem Tadel aus: Nutze hier lieber das "fehlende Lob" (sage also gar nichts und belohne ihn einfach nicht), wenn er etwas nicht richtig macht. Und tadle ihn nur, wenn er sich völlig daneben benimmt.

Dein Hund ist grundsätzlich immer willens, es richtig zu machen. Wenn du ihn nun tadelst, versteht er die Welt nicht mehr (»Wieso denn? Ich hab's doch versucht. War das falsch?«).

Wir tragen NIEMALS etwas nach

Ganz egal, was dein Hund gerade anstellt: In 5 Minuten hat er es vergessen und stattdessen vielleicht schon neue Flausen im Kopf. Hunde leben im Hier & Jetzt. Es interessiert sie nicht, was gestern war. Und es interessiert sie nicht, was morgen sein wird.

Deshalb musst auch du beginnen, im Hier & Jetzt zu leben. Trage deinem Hund nichts - wirklich GAR NICHTS - nach. Bestrafe ihn nicht für Dinge aus der Vergangenheit. Er wird es nicht verstehen. Er KANN es nicht verstehen...

Profi-Tipp Lebe im Hier & Jetzt. Deinen Hund interessiert weder Vergangenheit noch Zukunft. Erwischst du ihn inflagranti, disziplinierst du ihn. Erwischst du ihn nicht, hat er Glück gehabt und kommt davon.

Das gilt wirklich für ALLE Fehler, die er macht. Einzige Ausnahme: Die Fehler wiederholen sich. Doch auch dann darfst du nicht sagen: »So, das hast du jetzt 15 Mal gemacht. Jetzt reicht's!« sondern vielmehr: »Okay, diesen Fehler lasse ich dir jetzt nicht durchgehen!«; auch, wenn er es gerade zum 15. Mal macht...

Hunde sind wie Männer Sie hauen sich auf die Fresse, wenn sie aufeinander sauer sind. Aber danach drehen sie sich um und trinken gemeinsam ein Bier.

Negative Emotionen sind schlechte Ratgeber fürs Training

Hunde haben - bestenfalls - den IQ eines 3-jährigen Kindes. Aber sie sind Experten im Lesen von Körpersprache (denn DAS ist "ihre" Sprache).

Wenn du zornig, wütend, frustriert oder ärgerlich bist - ganz egal, warum -, dann macht das Training mit deinem Hund keinen Sinn mehr. Brich in solchen Fällen das Training ab und lass deine Emotionen an einem Ball aus.

Im Frust kann man wunderbar weit werfen (das weiß ich aus eigener Erfahrung). Und deinen Hund wird's freuen, wenn er quer über die ganze Wiese wetzen und so einen Teil seiner Energie abbauen kann...

Profi-Tipp Trainiere nur mit deinem Hund, wenn du selbst ruhig und ausgeglichen bist. Dein Ärger blockiert den Hund; auch, wenn du ihn nicht am Hund auslässt...

Suche die Fehler zuerst bei dir selbst

Das ist wohl für viele von uns der schwierigste Punkt: »Mein Hund verhält sich falsch!«, »Mein Hund versteht mich nicht!«, »Mein Hund macht ständig Fehler!«

Jedes Mal, wenn der Hund etwas falsch macht oder sich falsch verhält fragen wir uns »Was macht die Töle da? Kann sie sich nicht benehmen? Ich hab's ihr doch ausführlich erklärt.« Und niemand - wirklich NIEMAND - ist davor gefeit. Auch ich nicht. Du bist also nicht allein.

Doch tatsächlich folgt dein Hund nur seinen Instinkten. Sie sind es, die ihn beherrschen. Und sie sind es, die ihn tun lassen, was er tut. Er macht es also niemals absichtlich, oder so.

Unser Job ist es daher, gründlich in uns zu gehen und uns zu fragen:

»Was habe ICH falsch gemacht?
An welcher Stelle habe ICH als Rudelführer versagt?
«

Und meistens ist die Lösung dann schnell gefunden: Zu spät reagiert, falsch reagiert, falsche Körpersprache, falsche Anweisungen gegeben, falsch beigebracht, oder ... oder ... oder ... Die Liste UNSERER EIGENEN FEHLER kann ganz schön lang sein.

Profi-Tipp In 99% aller Fälle steht der Fehler am anderen Ende der Leine. Doch sobald du ehrlich zu dir selbst wirst, kannst du die Fehler meistens schnell korrigieren, denn dein Hund trägt dir nichts nach. Auch keine Fehler, wenn du sie nicht über lange Zeit wiederholst.