Die perfekte Ausrüstung für das Hunde-Training

Wenn du mit deinem Hund trainieren willst (Und ja: Du WILLST trainineren.), dann solltest du dir ein bisschen "Ausrüstung" zulegen.

Diese Ausrüstung hilft dir, das Training möglichst optimal und effektiv zu gestalten.

Die folgende Ausrüstung ist unser Vorschlag. Du kannst sie jederzeit beliebig variieren und auf die Bedürfnisse von dir und deinem Hund anpassen. Summa summarum wird dich der Spaß etwa 100 - 170 Euro einmalig kosten. Und jeden Monat wirst du etwa 20 - 50 Euro für Ersatz-Käufe und Leckerlie-Nachschub brauchen...

Basics: Eine robuste Leine (eventuell zusätzlich zur vorhandenen Ausgeh-Leine)

Vielleicht hast du dir ja schon eine Leine zum Spazieren-Gehen zugelegt. Doch zum Training macht es sich immer besser, eine gute, wirklich robuste, einigermaßen lange und rutschfeste Leine zu haben. Hier geht der Trend eindeutig zur "Zweit-Leine"...

Wir bevorzugen Leinen aus Biothane. Die haben den Vorteil, dass sie nicht steif oder rutschig werden und keine Nässe aufnehmen, wenn sie frieren oder nass sind. Aber grundsätzlich ist auch Leder oder anderes Material möglich.

Je nach Größe des Hundes und deinen Trainings-Absichten sollte die Leine zwischen 2 und 4 Meter lang sein. (Ich benutze am liebsten die Leinen mit 3,5 Metern Länge. Aber das ist wohl Geschmackssache, denn man hat dann ziemlich oft viele Leinenschlaufen in der Hand.) Kürzer als 2 Meter nutzt aber nix. Und länger als 4 Meter verheddert sich nur unnötig oft.

Diese Leinen sind mit ab etwa 30 Euro etwas teurer. Allerdings halten sie bei uns im Dauereinsatz schon seit etlichen Jahren und überstehen auch rauere Einsätze (stundenlanges Schleifen auf der Erde, gelegentliches Darauf-Herumkauen mancher Hunde, spontanes Zerren des Hundes, etc.). Wenn du da also nicht ständig mit dem Traktor drüberfährst, ist es eine Anschaffung fürs Leben.

Basics: Halsband - besser Gurtzeug bzw. Hundegeschirr

Wir bevorzugen grundsätzlich Gurtzeug (auch "Hundegeschirr" genannt) für den Hund. Das hat den Vorteil, dass es ihm nicht die Luft abschnürt. Nicht einmal, wenn er in der Leine zieht.

Hier gibt es jede Menge Auswahl. Vom dünnen und leichten Riemen-Gurtzeug, bis zum schweren Gurtzeug für Trecking oder intensive Ausbildung.

Suche dir aus, was dir gefällt, aber achte bei der Auswahl darauf, dass der vordere Gurtriemen (also der "Brustriemen") nicht am Hals des Hundes schnürt. In diesem Fall wäre der Vorteil von Gurtzeug gegenüber einem Halsband aufgegeben. Dann kannst du also auch gleich ein Halsband kaufen.

Achte auch darauf, dass das Geschirr deinen Hund wirklich sicher hält. Auch, wenn er aggressiv werden und "dagegen rennen" sollte, weil er auf seinen Feind losstürmen will.

Falls du dich auch für das K9-Geschirr entscheidest: Größe 1 = 23-30kg; Größe 2 = 28-40kg; Größe 3 = 40-70kg; Größe 4 = 70-90kg. Es gibt auch "Mini"- (7-15kg) und "Mini-Mini"-Geschirr (4-7kg). Und natürlich auch für die kleinsten: "Baby1"- (0,8-3kg) und "Baby2"-Geschirr (2-5kg).

Bei diesem Geschirr handelt es sich nach unserer Erfahrung um eines der robustesten und besten Hundegeschirre auf dem Markt. Mit ab etwa 30 Euro gehört es ganz sicher nicht zu den billigsten. Aber es hat sich in jahrelanger Praxis - und es waren WIRKLICH HARTE Einsätze darunter (quer durch Dornenhecken, Büsche und Zäune sowieso, Wälzen in Pfützen, Dreck, Matsch und Schnee, etc. pp.) - so gut bewährt, dass wir mittlerweile alle anderen aussortiert haben.

Außerdem kannst du an diesem Geschirr Lampen, Reflektoren und - seitlich - auch noch Schriftzüge, wie "Kampfschmuser", "Zickenterror", "S.W.A.T.-Dog", etc. und sogar "Satteltaschen für den Hund" anbringen.

Anders als bei den Leinen (wo wir, abgesehen von "verloren" und "vergessen" noch keine Verluste hatten) geht hier auch schon mal eins kaputt. Allerdings hat es dann ein sehr erfülltes Leben von mindestens 2 - 3 Jahren im täglichen mehrstündigen Einsatz gehabt...

Benefit: Eine lange Schleppleine (10 - 20 Meter)

Schlepp-Leinen sind einfach nur super-lange Leinen. Sie werden bei der Jagd eingesetzt, damit der Hund nicht plötzlich verschwunden ist, wenn er der Spur eines Wildes folgt. Und sie werden beim Training eingesetzt, wenn der Hund sich zwar im Umfeld bewegen darf, aber die Gefahr besteht, dass er weglaufen könnte (Jagd-Instinkt, Ungehorsam, etc.).

Die Länge der Schlepp-Leine sollte idealerweise zwischen 10 und 20 Metern liegen. Kürzer macht keinen Sinn. Und länger ist zwar immer gut, wird aber schnell sehr unhandlich.

Auch hier bevorzugen wir (a) Biothane, weil dieses Material keine Nässe und keinen Dreck aufnimmt. Sie wird also im Einsatz nicht schwerer (so wie ungefettetes Leder) und man kann sie nach dem Einsatz einfach mit einem feuchten Lappen säubern (oder, wie ich, einfach trocknen lassen und dann abklopfen, bis der gröbste Dreck abfällt).

Außerdem bevorzugen wir (b) leuchtende Signal-Farben. Das ist nicht jedermanns Geschmack, aber es hat sich bewährt, wenn uns der Hund an der Schleppleine doch mal ausbüchst (oder man ihn an der schleifenden Leine laufen lässt und er unverhofft abdreht) und man ihm dann durch Unterholz nachsteigen musst ... tja, dann gratulierst du dir zur Leuchtfarbe, die man weit durch den Busch leuchten sieht.

Logisch! Auch hier haben wir gute Erfahrung mit der "preislichen Mittelklasse" gemacht. Mit ab 40 Euro ist diese Leine alles andere als ein Schnäppchen. Doch die Dinger halten und halten und halten und halten...

Benefit: Ein Futterbeutel für den Gürtel

Ob du jetzt unbedingt auch noch einen Futterbeutel kaufen musst, ... darüber kann man trefflich streiten.

Ich, ganz persönlich, halte nicht viel davon. Ich habe meine "Hunde-Klamotten", in deren Taschen ich die Leckerlie fürs Training gut verstauen kann. Und da ich meistens nach dem Training sowieso wie ein Schwein aussehe, weil ich mit den Hunden im Dreck tobe, müssen sie eh häufiger gewaschen werden.

Absolut Sinn machen Futterbeutel aus zwei Gründen: (1) die Klamotten stinken nicht nach "Hunde-Leckerlie"; (2) man hat schnellen Zugriff auf die Leckerlie, was im Training wirklich wichtig ist.

Sehr sinnvoll, wenn du schnellen Zugriff auf die Leckerlie (fürs Training wichtig!) anders nicht sicherstellen kannst. Ansonsten gilt: Kann man haben; muss man nicht. ... Ach ja: Sowas kostet umme 10 Euro

Benefit: Ein sogenannter "Clicker"

Ein "Clicker" ist ein Gerät, das - Achtung! - »Klick!« macht. Kein Scherz! Wenn du zur älteren Generation gehörst, kennst du es als Knack-Frosch.

Beim Training ist es aber hervorragend geeignet, wenn du (a) ein Viel-Schwätzer bist, der dazu neigt, seinem Hund die Ohren blutig zu quatschen; oder (b) wenn du schnelles Training (etwa Agility) machen willst, wo es auf Sekunden oder Sekunden-Bruchteile ankommt.

Sobald der Hund einmal gelernt hat, dass »Klick!« eine Belohnung für richtiges Verhalten ist, kannst du ihn mit einem »Klick!« quasi fernsteuern. Du kannst ihm also mitteilen, dass er gerade etwas richtig gemacht hat. Und das wiederum beschleunigt das Training. Ganz besonders bei komplexeren Tricks und beim Agility-Sport.

Wenn du so ein Teil benutzen willst, dann setze es konsequent ein. Dein Hund braucht ein bisschen, bis er gelernt hat, dass »Klick!« eine Belohnung ist. Und effektiv wird der Clicker erst, wenn er im Dauereinsatz ist; also jedes Mal als Zeichen für »Richtig!« eingesetzt wird.

Wenn du dich einmal für einen Clicker entschieden hast, KAUFE IMMER DIESELBEN. Jeder Clicker macht ein anderes Geräusch. Und dein Hund reagiert auf das Geräusch vom Clicker. Sobald du also einen anderen kaufst, kann es dir passieren, dass dein Hund nicht mehr auf den Clicker reagiert.

Falls du den empfohlenen Clicker kaufen willst: Besorge dir noch ein Halsband, damit du dir den Clicker um den Hals hängen kannst. So hast du ihn immer griffbereit und musst ihn nicht erst aus der Tasche wühlen.

Tipp für mehrere Hunde oder "Profi-Training" Kaufe mehrere unterschiedliche Clicker. Dann kannst du deinen Hunden unterschiedliche Click-Geräusche als Belohnung anbieten.

Benefit: Ein sogenannter "Target-Stick"

Ein "Target" (englisch wird es wie geschrieben ausgesprochen: Target; mit hartem "g", wie bei "Gerd") ist das englische Wort für »Ziel«. Im Grunde ist das nur ein ausziehbarer Teleskop-Stab mit einem Ball am einen und einem Griff am anderen Ende. Du trainierst deinen Hund darauf, es mit der Nase (oder bei einigen Tricks: mit einer Vorderpfote) zu berühren.

Auf diese Weise kannst du deinen Hund "steuern". Du kannst ihm das Target auf verschiedenen Höhen (oder hinter einem Hindernis) hinhalten und er wird sich bemühen, es zu berühren ... denn dafür gibt's - Natürlich! - eine Belohnung.

Sehr sinnvoll für komplexe Tricks und Agility-Sport. Aber auch gut geeignet für das "Bei-Fuß-Training" oder einfach nur zum Herumtoben...

Trainiere zuerst mit deinem Hund, dass er auf ein Kommando (zum Beispiel »Touch!«; englisch ausgesprochen: »Tatsch!«) den Ball mit der Nase berühren muss. Sobald er das kapiert hat, kann das Training mit dem Target losgehen.

Sinnvoll für komplexe Tricks und Agility-Sport. Spaß macht's aber auch einfach beim Herumtoben (so hoch halten, dass der Hund springen muss, um es berühren zu können). ... Ein wirklich sinnvolles Spielzeug, das gerade einmal so umme 10 Euro kostet und bei halbwegs vorsichtigem Gebrauch eine ganze Weile hält.

Aus eigener Erfahrung: Es ist nichts zum Raufen oder Zerren. Wenn dein Hund anfängt, da reinzubeißen, ist es schnell kaputt. Und da ich beim Toben keine Rücksicht kenne, mache ich diese Teile regelmäßig alle 2-3 Monate kaputt. Aber 10 Euro sind jetzt nicht die Welt, nicht wahr?!

Benefit: Ein sogenannter "Dummy" (besser mehrere davon)

Ein "Dummy" (ausgesprochen: "Dammie") ist ein äußerst vielseitiges Apportier-Spielzeug, das viele Namen hat: Dummy, Beiß-Wurst, Bringsel, Futter-Spielzeug, Zerr-Spielzeug und Apportier-Spielzeug sind die gebräuchlichsten Namen dafür.

Das perfekte Dummy, das alle unsere Anforderungen in einem vereint, haben wir noch nicht gefunden. Deshalb setzen wir zwei verschiedene Dummies ein: Eines, das super-robust ist, schwimmen kann, signalfarben und daher leicht wiederzufinden ist; und mit dem man auch Zerrspiele machen kann, ohne, dass es gleich den Geist aufgibt.

Und wieder ist K9 hier unsere bevorzugte Wahl: Es hat selbst einem kau-wütigen Riesenschnauzer, der ein echter "Profi-Zerkauer von Dummies" ist, mehrere Wochen standgehalten; wo andere schon am ersten Tag aufgaben...

Es hat allerdings einen sehr wesentlichen Nachteil: Die Klettverschlüsse sind so stabil, dass man ganz schön kräftig fummeln muss, wenn man die Belohnung aus dem Dummy geben will. Ich nehme daher schon immer vorher ein Leckerlie in die Hand und tue so, als würde es aus dem Dummy kommen.

Signalfarben (= leicht wiederzufinden), Schwimmfähig, mit Futter bestückbar (aber schwierig herauszuholen!) ... und ausgesprochen "biss-fest", also für leichte Zerrspiele geeignet. Mit ab ca. 17 Euro wieder mal nicht ganz billig. Dafür aber wirklich vielseitig und ausgesprochen robust.

Es hält unserem harten, täglichen Einsatz ungefähr 3-6 Monate stand, bevor es für Zerrspiele nicht mehr geeignet ist. Im "normalen Hausgebrauch" wird es sicherlich ein ganzes Jahr oder länger halten...

Tipp: Kau-freudige Hunde neigen dazu, die seitlichen schwarzen Bänder nach und nach beim Apportieren abzukauen. Bringe deinem Hund bei, dass er nur in den signalfarbenen Behälter beißen soll. Dann hält das Teil deutlich länger.

"Billig" reicht hier völlig aus. Nach einiger Zeit ist das Ding so oder so ziemlich zerkaut und angefressen, so dass du es austauschen musst (oder willst).

Da wir es NUR im Apport-Training einsetzen, hält es bei vorsichtigem Gebrauch etwa 2-3 Monate. Allerdings haben wir Spezialisten (wie den Riesenschnauzer), die es binnen Minuten zerlegen, wenn man nicht wie ein Luchs darauf aufpasst...

Neben dem signalfarbenen Dummy nutzen wir noch "Billig-Dummys", wie den im nebenstehenden Bild. Achte auf Sonder-Verkäufe bei Fressnapf oder so! Es gibt immer wieder Angebote für 2-5 Euro pro Stück. Die halten zwar nur von Früh bis Mittag, aber für die reinen Apportier-Übungen reicht es im Allgemeinen aus, wenn du nicht gerade einen kau-freudigen Hund hast.

Achte beim Kauf darauf, dass die Dinger nicht gleich beim ersten Biss kaputt gehen und dass der Hund nicht auf Reißverschlüsse oder anderes Metall beißen muss, wenn er apportiert. Und entferne herumbaumelnde "Seilchen", wie das blaue Ding auf dem Bild.

Der unschlagbare Vorteil dieser "Billig-Dummys": Sie sind leicht zu öffnen. Der Hund kann also zuschauen, wie du das Beutestück öffnest und das Futter mit ihm teilst. (Das ist eine fundamentale Sozialisierungsübung, die deinen Hund motiviert, den Dummy zu dir zu bringen; denn nur du bist imstande, an das Leckerlie im Inneren zu gelangen.)

Spar's dir! Leckerlie fürs Training

Klar: Man kann sich auch dusselig kaufen. Hier ein rosa Irgendwas; dort ein Tütü; da ein Spezial-Leckerlie ... wenn es deiner Seele gut tut? Mach's! Aber der Hund braucht's nicht.

Ihm ist (fast) jedes Futter recht, wenn es von dir kommt und mit Liebe gegeben wird.

Und ICH gebe meinen Hunden beim Training einen Teil ihrer Tages-Ration an Futter. Auch ganz stinknormales Trockenfutter. Aus dem 50-kg-Sack. Das reicht völlig aus, denn die Belohnung hat so nicht nur einen symbolischen Wert: Meine Hunde arbeiten fürs Futter. Wie draußen in der Natur.

Und weil ich sie zwar mit Zuneigung aber nicht mit Futter verwöhne, werden sie auch nicht zickig oder mäkelig. Also brauchen wir kein "Spezial-Leckerlie" zum Training. ... Und das gleiche rate ich dir.

Arbeiten fürs Futter Ich gebe meinen Hunden jeden Tag von der Tagesration ein Drittel bis die Hälfte "freie Kost", für die sie nicht arbeiten müssen. Außerdem erhalten sie Wasser, so viel wie sie wollen. ... Den Rest müssen sie sich jeden Tag aufs Neue erarbeiten. Ein bisschen verstecke ich beim Spaziergang und lasse sie dann danach suchen. Den Rest bekommen sie für tolle Leistungen im Apport, beim Sport, beim Training oder für gut ausgeführte Tricks...