Übung 3: Wir lassen den Besuch herein

Diese Übung ist der erste Schritt unserer Trainings-Serie "Ach du Scheiße! Wir bekommen Besuch!"

In der ersten Übung ( Übung 1: Es klingelt an der Tür!) haben wir erreicht, dass unser Hund nicht mehr wie angestochen zur Tür sprintet, wenn es klingelt. In der zweiten Übung ( Übung 2: Wir öffnen die Tür) haben wir erreicht, dass wir auch die Tür öffnen können, ohne dass der Hund aufdreht.

In dieser Übung brauchen wir Hilfe. Je nachdem, worauf dein Hund nun besonders reagiert, kann es ein Familienmitglied sein ... oder ein freundlicher Nachbar, ein Bekannter oder ein Freund mit viel Zeit.

Dabei gilt wie immer: Nur Ruhe und Geduld helfen uns weiter. Und der Hund wird weder gelobt, noch bestraft. Stattdessen werden wir ihn auch in dieser Übung weitgehend ignorieren und selbst herausfinden lassen, was er machen sollte.

Langeweile ist der Schlüssel! Je langweiliger das Geschehen für den Hund ist, desto schneller lernt er diese Lektion. Denn letztlich wollen wir ja, dass "Besuch kommt!" für ihn nichts Besonderes mehr ist.

Erfolgstipp Ein müder Hund kommt schneller zum Erfolg. Führe diese Übung idealerweise nach einem langen Spaziergang mit viel sportlicher Betätigung durch.

Die schwierigste Übung! In dieser Übung wird der Hund sehr schnell handeln. Du musst versuchen, noch schneller zu sein.

Erfolgstipp Je besser die vorangegangen Übungen klappen, desto leichter wird es jetzt. Trainiere im Zweifelsfall lieber die Übungen 1+2; als jetzt zu schnell zu viel zu wollen. Das ist besser für die Nerven aller Beteiligten.

Schritt für Schritt zum Erfolg

Nimm dir für jeden Schritt die Zeit, die du und dein Hund brauchen. Es kann durchaus mehrere Tage dauern, bis sich der Erfolg einstellt. Doch je sicherer jeder Schritt funktioniert, desto einfacher machst du es dir und deinem Hund; und desto schneller kannst du die nächsten Übungen hinter dich bringen.

Vieles von dem, was ihr beide hier übt, hilft dem Hund auch in anderen Situationen ruhiger zu werden. Deshalb gib ihm die Zeit, es wirklich zu begreifen; bevor du mit dem nächsten Schritt weitermachst.

Am Ende dieser Übung wollen wir folgende Ziele erreicht haben:

  1. Unser Hund reagiert (fast) gar nicht mehr auf die Klingel.
  2. Zumindest rennt er nicht wie angestochen zur Tür.
  3. Je weniger Aufregung er beim Klingeln zeigt, desto besser.
  4. Wir können zur Tür gehen, ohne dass er sich wild an uns vorbeidrängelt.
  5. Idealerweise können wir sogar zur Tür gehen, ohne dass der Hund übermäßiges Interesse zeigt.
  6. Unser Hund springt auch nicht mehr als erster nach vorn, um den Besuch zu begrüßen oder zu beeindrucken.

Wichtig! Je besser die vorangegangenen Übungen sitzen, desto schneller wird es jetzt gehen. Fange also nicht zu früh mit dieser Übung an!

Auch diese Übung kannst du gut als Grundlage für Begegnungen mit anderen Menschen beim Spaziergang oder in anderen Situationen nehmen. Auch dabei gilt im Wesentlichen dasselbe, was wir hier trainieren werden.

Dieses Mal brauchen wir Hilfe von einer weiteren Person. Schließlich soll es jetzt zur Sache gehen: Der Besuch soll auch wirklich da sein und eintreten.

Anfangs kannst du das sicherlich mit einem Familienmitglied aus deinem Haushalt üben. Doch wenn das gut klappt, solltest du es UNBEDINGT auch mit "Fremden" üben. Wir wollen dem Hund ja schließlich nicht nur beibringen, bei engen Familienmitgliedern artiger zu werden, nicht wahr?!

Trainiere diese Übung mit Familienmitgliedern aus dem Haushalt, Familienmitgliedern, die häufiger zu Besuch kommen, Freunden und Bekannten. Kurz gesagt: Betrachte JEDEN, der euch von jetzt an besuchen kommt, als "Trainings-Subjekt".

Wir lassen es klingeln, gehen zur Tür und öffnen sie.

Achtung! Dein Hund bemerkt sehr schnell, dass jetzt wirklich jemand vor der Tür steht. Öffne die Tür daher anfangs nicht zu weit, sondern nur einen kleinen Spalt.

Zeigt der Hund keine zunehmende Unruhe? Das wollten wir erreichen. Also öffnen wir die Tür ganz.

Zeigt der Hund deutliche Unruhe? Dann schließe die Tür sofort wieder. Warte, bis der Hund sich einigermaßen beruhigt hat. (Er wird sich hinsetzen, hinlegen oder von anderen Dingen in der Wohnung ablenken lassen und nicht mehr unentwegt auf die Tür starren.)

Dabei gilt wie immer: Nicht anschauen. Nicht ansprechen. Nicht anfassen. Der Hund ist Luft. Je langweiliger du es deinem Hund machst, desto schneller werdet ihr gemeinsame Erfolge feiern können.

Unser Hund lässt zu, dass wir die Tür aufmachen, obwohl jetzt wirklich jemand vor der Tür steht? Ideal! Dann probieren wir den nächsten Schritt: Wir begrüßen den Besuch und geben ihm damit unsere Beachtung.

Wichtig! VOR DER TÜR! Wir lassen den Besuch erst mal noch nicht herein, sondern richten uns darauf ein, die Tür wieder zu schließen, sobald unser Hund zunehmende Aufregung zeigt. ... und das wird er am Anfang ganz sicher tun.

Unser Hund bleibt halbwegs entspannt im Hintergrund? Dann gehen wir zum nächsten Schritt über.

Unser Hund betrachtet unsere Aufmerksamkeit für den Besuch als Signal? Dann schließen wir die Tür kommentarlos und sofort. Der Hund bekommt keine Beachtung und wird nur zurückgeholt, wenn er es durch die Tür schafft.

Entwischt der Hund durch die Tür, ist dieser Übungsdurchlauf verkackt. In diesem Fall hilft nur: "Alles auf Anfang!" Hole den Hund zurück, gehe ins Wohnzimmer, warte, bis der Hund runtergefahren ist. Das kann durchaus 5-10 Minuten dauern.

Öffne die Tür anfangs nur einen Spalt breit! Dein Hund wird anfangs noch deine Aufmerksamkeit für den Besuch als Signal betrachten. Er wird aufspringen und zum Besuch rennen.

Erfolgs-Tipp Vermeide alles, was den Hund jetzt zusätzlich aufregen könnte. Sei bei der Begrüßung erst einmal super-leise. Sprich mit dem Besuch, doch in leisem und einschläferndem Tonfall. Vermeide lautes Reden, Lachen und hektische Bewegungen!

Diese Übung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn ...

  • Wir können die Wohnungstür öffnen, ohne dass der Hund aufspringt und an uns vorbei zum Besuch gelangt.

Das muss wirklich sicher funktionieren. Sei also super-vorsichtig wie weit du die Tür öffnest. Schließe sie bei der leisesten Regung deines Hundes!

Schließe die Tür lieber einmal zu oft, als dass der Hund jetzt durch die Tür zum Besuch gelangt!

Wenn wir den Besuch vor der Tür begrüßen können, ohne dass der Hund sich an uns vorbei zum Besuch drängt, haben wir praktisch schon gewonnen. Jetzt müssen wir das Verhalten nur noch festigen.

Also lassen wir den Besuch eintreten. Doch erst einmal nur so weit, dass wir die Tür hinter ihm schließen können. Die weitere Begrüßung machen wir nun wieder vom Hund abhängig: Je ruhiger er bleibt, desto lauter und hektischer können wir mit dem Besuch umgehen. Je aufgeregter er wird, desto leiser und ruhiger werden wir selbst.

Fängt der Hund an, herumzuhopsen oder zeigt er Anzeichen, dass er gleich losspringen und den Besuch begrüßen wird, hilft es meistens, den Besuch wieder vor die Tür zu stellen und 5-10 Minuten Pause einzulegen, damit der Hund ein bisschen herunterkommen kann.

Dein Besuch orientiert sich vollständig an dir: Sage ihm, wie er sich verhalten soll. Orientiere dich dabei an deinem Hund: Bleibt er ruhig, könnt ihr ein bisschen lauter und hektischer werden. Zeigt er Anzeichen zunehmender Aufregung, werdet sofort wieder leiser und ruhiger.

Der Besuch darf den Hund NICHT BEACHTEN! Für ihn ist der Hund noch unsichtbarer als für dich. Es gilt daher für den Besuch ultimativ:

  • Nicht anschauen!
  • Nicht ansprechen!
  • Nicht anfassen!

Es ist allein deine Aufgabe, den Hund zu kontrollieren. Und dabei solltest du ihn ebenfalls - so weit es irgend geht - ignorieren. Natürlich musst du dabei Unfug, wie etwa Anspringen, verhindern. Doch wenn es so weit kommt, bist du viel zu schnell vorgeprescht. Beginne dann die Übungen lieber wieder von Anfang an und jetzt etwas langsamer, als deinen Hund noch mehr zu überfordern.

Von jetzt an für alle Zukunft! Für den Besuch gilt: Nicht anschauen! Nicht ansprechen! Nicht anfassen!

Sollte dein Hund nun den Besuch begrüßen, braucht er nur noch mehr Übungsdurchläufe, aber jetzt keine Zurechtweisung. Er wird diese Lektion allein dadurch lernen, dass ihr ihm KEINE AUFMERKSAMKEIT gebt. Beide! Doch ganz besonders dein Besuch.

Diese Übung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn ...

  • Wir können die Wohnungstür öffnen.
  • Wir können den Besuch in den Flur bitten.

Es ist okay, wenn der Hund nun mit allen vier Pfoten auf der Erde bleibend den Besuch ebenfalls begrüßen will. Gerade bei sehr gut vertrauten Menschen (Familienmitglieder, die in der Wohnung wohnen) ist das sein natürlicher Instinkt, den wir berücksichtigen sollten.

Erfolgs-Tipp Je weniger Beachtung der Hund bekommt, desto schneller beruhigt er sich.

Jede Aufmerksamkeit verlangsamt das Erfolgserlebnis! Wirklich jede. Deshalb versuche, den Hund wie Luft zu behandeln, so lange es irgend geht. Geht's nicht mehr: Ein, zwei Mal kurze, klare Ansagen machen. Reicht das nicht: Übung abbrechen und später fortsetzen.

Dreht der Hund bei einem Schritt allzu sehr auf, hast du ihm im vorangegangenen Schritt nicht genug Zeit gegeben, es wirklich zu begreifen. Kehre dann zum vorherigen Schritt zurück. Das spart euch beiden am Ende viel Zeit und Nerven.

Die größten Probleme dieser Übung

Anfangs wird dein Hund versuchen, sich an dir vorbei zum Besuch zu drängen. Verhindere das möglichst!

Öffne die Tür anfangs nur einen Spalt breit. Dein Hund hat den Besuch vor der Tür vermutlich schon längst wahrgenommen. Er muss ihn dazu nicht sehen. Er kann ihn riechen. Er hat ihn gehört.

Schließe die Tür sofort, wenn der Hund zunehmende Unruhe zeigt! Das ist enorm schwierig. Denn eigentlich hast du den Hund jetzt im Rücken und den Blick auf den Besuch gerichtet. Und du kannst den Hund nicht direkt anschauen, weil er das als Aufforderung zum Losspringen interpretieren wird.

Dein Hund muss den Besuch nicht sehen. Er kann ihn riechen. Er kann ihn hören.

Öffnest du die Tür nur so weit, dass der Hund ganz sicher nicht durchpasst, verhinderst du zumindest, dass er unkontrolliert zum Besuch springen kann.

Bekommst du deinen Hund partout nicht ruhig, wenn er weiß, dass jetzt wirklich echter Besuch vor der Tür steht, dann lasse den Besuch klopfen!

Reagiere einfach nicht aufs Klopfen, sondern mache es wie beim Training mit der Klingel: Mache gar nix. Rühre dich nicht. Warte nach dem Klopfen einfach still und stumm weiter. Dein Hund lernt jetzt ziemlich schnell, dass er auch darauf nicht reagieren braucht.

Lasse deinen Besuch auch bei geöffneter Tür klopfen! Aber richte dich darauf ein, dass dein Hund das anfangs als Signal für ihn interpretieren wird.

Erfolgs-Tipp Tür einen Spalt öffnen. Besuch klopfen lassen. Tür wieder schließen. Still und stumm warten. Ggf. auch die Übung abbrechen und nach ca. 5-10 Minuten erneut beginnen.

Das ist der kritischste Punkt dieser Übung, denn hier bist du sehr beschränkt in deinen Möglichkeiten.

Der Besuch beachtet den Hund ÜBERHAUPT NICHT. NULL. GAR NICHT. Ganz egal, was der Hund macht. Selbst beim Anspringen.

Du beachtest den Hund nur da, wo es zwingend notwendig ist. Wenn dein Hund groß und kräftig und dein Besuch eher schmächtig ist, geht Anspringen natürlich nicht. Doch wenn der Besuch es womöglich schon kennt, könnt ihr den Hund auch dabei durchaus ignorieren.

Erfolgs-Tipp Je weniger Beachtung der Hund bekommt, desto schneller lernt er diese Lektion.

Auch, wenn du erreichen möchtest, dass dein Hund den Besuch am besten gar nicht beachtet: Hebe dir diesen Schritt für später auf! Jetzt ist viel wichtiger, dass der Hund möglichst gar keine Beachtung bekommt.

Jede - wirklich JEDE - Aufmerksamkeit, die der Hund jetzt bekommt, bestärkt ihn darin, richtig zu handeln. Er WILL Aufmerksamkeit. Deshalb veranstaltet er ja diese ganze Theater. Und viele Hunde sind bereit, sie um jeden Preis zu bekommen.

Je weniger Aufmerksamkeit er also bekommt, desto langweiliger wird es für ihn. Und Langeweile bedeutet: "Alter, ist das langweilig hier. Dann kann ich ja auch gleich pennen gehen." ... und das wollen wir doch eigentlich gern erreichen, oder?!

Je konsequenter und disziplinierter du die Übungen 1+2 trainiert hast, desto mehr wird sich dein Hund an dir und deinem Verhalten orientierten. Die einzige Kommunikation mit deinem Hund ist jetzt deine Körpersprache. Denn alles andere (Reden, Anschauen, gar Kommandos geben) hast du - so weit es eben geht - eingestellt. Achte auf deine Körpersprache!

Mache alles, was du tust, völlig selbstverständlich. Keinerlei Selbstzweifel. Keine Zweifel am Hund. Ganz egal, was passiert und wie oft die Übungen schief gehen: Ihr könnt sie so lange und so oft üben, bis sie klappen. Es gibt also nicht den geringsten Grund, jetzt an irgendwas oder irgendwem zu zweifeln.

Erfolgs-Tipp Je selbstbewusster du bist, desto mehr hilfst du deinem Hund, sich zu entspannen.

Eine Übung scheitert? Na und? Das passiert ALLEN. Gehe ein, zwei Schritte zurück und übe dort weiter, als wäre nichts geschehen. Eine Übung wird ganz sicher scheitern? Na und? Das passiert ALLEN. Der Hund lernt doch gerade völlig neues Verhalten. Es wäre geradezu ein Wunder, könnte er das ohne jegliche Fehler...

Du scheiterst immer wieder an einem Punkt? Dann überlege gründlich, was du falsch machst! Und sei absolut ehrlich zu dir.

  • Bist du mit den Übungen und Teilschritten zu schnell vorgestürmt?
  • Stimmt deine Körpersprache? (Bist du selbstbewusst und "siegesgewiss"?)
  • Bekommt der Hund an der falschen Stelle Aufmerksamkeit?

Meistens liegt der Fehler darin, dass man zu schnell zu viel erreichen will. Gehe es einfach langsamer an. Was der Hund seit Monaten oder sogar Jahren macht, gewöhnst du ihm nicht an drei Tagen wieder ab. Lasst euch Zeit! Trainiert die Übungen, bis sie wirklich sicher klappen.

Der zweit-häufigste Fehler ist, dem Hund doch irgendwie Aufmerksamkeit zu widmen. Sogar ein kurzer Kontroll-Blick zum Hund kann schon reichen. Denn der Hund wartet auf genau so ein Signal. Und er wird jede noch so kleine Regung, die du machst, bereitwillig missinterpretieren.

Finde den Fehler! Korrigiere ihn. Dann übe weiter. Und du wirst es erleben: Ihr werdet Erfolg haben. Die Frage ist nicht "Ob?", sondern nur "Wann?"

Ganz besonders am Anfang dieser Übung wird es deinem Hund nicht gelingen, die Sachen auf die Reihe zu bringen. Hilf ihm, indem du nicht zu viel von ihm verlangst.

Er kann sich einfach nicht beruhigen, wenn Besuch vor der Tür steht? Dann wiederhole diese Schritte immer und immer wieder, bis es klappt. Es WIRD klappen; da gibt es keinen Zweifel. Die Frage ist nur "Wann?"

Erfolgs-Tipp Gehe es in dieser Übung wirklich super-langsam an! Übe jeden Schritt, bis er wirklich zuverlässig funktioniert. Gehe im Zweifel lieber ein oder zwei Schritte zurück.

Dein Hund lernt genauso, wie du selbst: Von Bekanntem ausgehend Neues erschließen. Je besser die vorangegangenen Übungen und Teilschritte klappen, desto leichter hat es dein Hund mit jedem weiteren Schritt. Wenn es also mal irgendwo klemmt, gehe lieber ein, zwei Schritte - oder eine ganze Übung - zurück, als dem Hund jetzt Neues auf nur halbgar Gelerntes aufzuzwingen. Am Ende seid ihr nur beide frustriert.

Unbedingt an MEHREREN TAGEN üben! Dein Hund braucht die Sicherheit, dass es eine Regeländerung ist und er sich dieses neue Verhalten auch wirklich merken muss. Übt daher an verschiedenen Tagen und möglichst mit allen Besuchern, die bei euch vorbeikommen.

Von jetzt an für alle Zeit! Nutze jede sich bietende Gelegenheit, dieses neue Verhalten zu festigen. Kehre NIE WIEDER zum alten Verhalten zurück. Trainiere stattdessen diese Übungen immer mal wieder, wenn du Anzeichen von mangelnder Disziplin bemerkst.

Der Hund wird nicht beachtet!

Die besten Erfolge erreichst du, wenn du es dem Hund so langweilig wie möglich machst. Deshalb bekommt der Hund bei der gesamten Übung überhaupt keine Beachtung. Kein Wort. Keine Geste. Noch nicht einmal anschauen. Der Hund existiert einfach nicht.

Natürlich musst du groben Unfug verhindern; etwa, dass er irgendwas runterreißt oder kaputt macht. Aber wirklich erfolgreich ist es nur, wenn es dir gelingt, den Hund überhaupt nicht zu beachten. Beschränke dich daher auf das Allernotwendigste, um deinen Hund vom Unfug abzubringen. Danach ignoriere ihn sofort wieder komplett.

Lasse ihn toben, wenn er will. Lasse ihn kläffen, wenn er muss. Er WIRD sich von allein beruhigen. Anfangs langsamer; später jedoch immer schneller. Und je langweiliger es ist, desto schneller wird er diese Lektion lernen.

KEINESFALLS LOBEN! Es mag sein, dass du versucht bist, deinen Hund zu loben, wenn er sich richtig verhält. Das wäre auch normal und okay. Doch die Gefahr, dass du seinen Aufregungszustand falsch abschätzt, ist zu groß. Und Lob zur falschen Zeit ist sehr viel schlechter als gar kein Lob! Das kann euch im unglücklichen Fall leicht wieder an den Anfang zurückwerfen. Schade um die dann verschwendete Zeit.