Wie löse ich die Probleme meines Hundes?

So trivial diese Frage auf den ersten Blick zu sein scheint: Du und dein Hund hätten keine Probleme, wenn ihr sie wirklich lösen oder sogar von vornherein verhindern könntet. Also muss irgendwann, irgendwo und irgendwie etwas schief gegangen sein, was bis heute nicht korrigiert wurde.

Um das herauszufinden und um einen guten Lösungsansatz zu finden, schauen wir uns mal an, wie du die allermeisten Probleme mit deinem Hund lösen kannst.

Was ist das EIGENTLICHE PROBLEM?

Dein Hund zerkaut Schuhe, Türen und frisst das Sofa? Dein Hund will partout nicht auf deine Kommandos - vor allem auf »Komm jetzt endlich her, verdammt noch mal!« und »Nein, lass das! Spuck das wieder aus! Gib das her!« - hören? Dein Hund kläfft wie ein Verrückter am Gartenzaun jedem Auto, jedem Fahrrad und jedem Fußgänger hinterher? Dein Hund zieht wie ein Bekloppter an der Leine und kann gar nicht schnell genug vorwärts kommen? ... Es gibt so unendlich viele - scheinbar verschiedene - Probleme.

Finde das eigentliche Problem! Bekämpfe nicht die Symptome, sondern suche die Ursache des Problems.

Doch in den allermeisten Fällen ist das, was du als "Problem" wahrnimmst, nur ein Symptom des eigentlichen Problems. Meistens steckt das tatsächliche Problem an einer ganz anderen Stelle.

Und solange du das eigentliche Problem nicht erkannt hast, wirst du auch nur wenig (oder sogar gar keinen) Erfolg haben, wenn du nun versuchst, in blindem Aktionismus die Symptome zu bekämpfen.

Die Lösung für alles: Ohne Erziehung ist alles nichts.

Völlig egal, welche Macken und Probleme dein Hund zeigt: Wenn der Tierarzt sagt, dass es keine körperlichen und geistigen Probleme mit deinem Hund gibt, dann ist Erziehung die Antwort auf ALLE Probleme.

Die allermeisten Probleme entstehen erst dann, wenn die Erziehung versagt hat.

Denn die allermeisten Macken und Probleme deines Hundes entstehen, weil dein Hund versucht, Lücken in der Erziehung zu füllen ... und dabei - aus deiner Sicht (und oft auch aus seiner eigenen) - genauso wie du selbst versagt.

Sein Kläffen am Gartenzaun ist beispielsweise ursächlich darin begründet, dass er dir nicht vertraut, eure Familie ganz ohne seine Hilfe sicher beschützen zu können. Wenn du ihm dieses Vertrauen gibst, dann wird sich auch das Kläffen am Gartenzaun "von ganz allein" geben.

Und dieses Vertrauen gibst du ihm durch eine sichere Hand bei der Erziehung ... Nicht "streng", sondern "sicher"! ... nicht verwechseln! ;)

JEDER Hund will arbeiten

Hunde wurden gezüchtet, um dem Menschen zu dienen. Die Einen sollten auf die Herde aufpassen; die Anderen sollten den Menschen vor Gefahren beschützen; wieder andere wurden für die Jagd gezüchtet, sollten Bollerwagen ziehen oder auf dem Hof Mäuse jagen.

Und auch, wenn die Hunde seit nunmehr rund 50 Jahren immer mehr von Arbeits- zu "Familien-Hunden" werden und immer seltener eine Aufgabe haben: Sowas kann man nicht so leicht "wegzüchten".

Hunde wollen arbeiten! Gib deinem Hund Aufgaben! Und belohne ihn für die Erfüllung der Aufgaben mit EIN WENIG Zuneigung.

Diese "Arbeit" kann schon sein, dass er die 7 Grundkommandos lernt und vor allem: jederzeit zu befolgen lernt. Aber auch verschiedenste Tricks und/oder einfach nur die brave Unterordnung beim (ausgiebigen!) täglichen Spaziergang ist bereits eine Aufgabe, die dein Hund zu "seiner Arbeit" erklären kann.

Hat ein Hund eine Aufgabe; und nimmt er diese Aufgabe ernst, dann wirst du sehr schnell erleben, wie er darin aufgehen, ja, regelrecht aufblühen kann. Und zum Dank ist er dir dann ein ausgeglichener Hund, der (fast) keine Macken hat...

"Auslastung" ist das Zauberwort

Stelle dir mal vor, du hättest einen Job, der dich so richtig "platt macht". Du gehst da jeden Tag hin, und am Ende des Tages bist du froh, wenn du unter die Dusche kriechen kannst. Das Abendbrot schaffst du gerade noch so; doch vor dem Fernseher schläfst du regelmäßig schon vor der Tagesschau um 20:00 Uhr ein.

Kämst du da auf "dumme Gedanken"? Würdest du dann noch die Energie besitzen, Unfug anzustellen?

Deinem Hund geht es nicht anders: Hat er einen erfüllten Tag, dann muss er sich keinen Unsinn ausdenken. Nur, wenn er völlig unterfordert ist, wird er also mit seinem Blödsinn beginnen.

Auf deinen Hund abgestimmte körperliche UND geistige Auslastung garantiert dir einen lieben, netten und artigen Hund.

Deshalb ist die Antwort - und der erste Lösungsansatz - auf alle Probleme auch immer gleich: Laste deinen Hund aus! Gib ihm körperliche Anstrengung beim täglichen Spiel und Spaziergang. UND gib im geistige Anstrengung beim Befolgen von Kommandos und beim Erlernen von Tricks.