Die häufigsten Probleme

An dieser Stelle wollen wir in aller Kürze die häufigsten Probleme und einige Lösungsansätze aufzeigen.

Mein Hund läuft weg und hört nicht auf mich, wenn ich ihn rufe

Für dieses Problem gibt es zwei grundlegende Ursachen:

Ursache 1: Der Jagdtrieb hat deinen Hund erwischt. Jetzt ist es absolut natürlich, dass dein Hund nichts mehr hört und sieht. Er KANN dich nicht mehr hören, denn seine volle Konzentration gilt nun dem Wild, das er jagt.

Die EINZIGE Lösung dafür ist, den Hund VORHER - also noch bevor er endgültig "abschaltet" - abzurufen. Je weiter dein Hund von dir entfernt ist, desto früher musst du ihn abrufen. ... ansonsten sinken deine Chancen gegen Null. Selbst bei einem ansonsten gut erzogenen und folgsamen Hund.

Ursache 2: Dein Hund ist respektlos. Er hört dich. Er weiß, wo du bist. Aber er ignoriert dich einfach.

Die Lösung dafür liegt wohl auf der Hand, nicht wahr?! ;) Erziehe deinen Hund! Erarbeite dir seinen Respekt!

Je weiter weg dein Hund ist, desto schwerer wird das Abrufen. Je größer die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund weglaufen könnte, desto näher solltest du bei ihm bleiben.

Faustregel: 10-30 Meter sind eine gute und akzeptable Distanz für die meisten Hunde

Mein Hund kann nicht allein bleiben

Hunde sind äußerst soziale Tiere. Sie brauchen ihr Rudel. "Allein bleiben" ist für sie eine Strafe, denn in der Natur ist es gleichbedeutend mit "ausgesetzt werden".

Daher ist es absolut wichtig, dass dein "Kommen & Gehen" völlig normale und selbstverständliche Dinge für ihn sind. Je mehr Brimborium du darum machst, desto mehr Angst und Frust hat er in der Zeit des Alleinseins.

Und weil "Allein bleiben" für deinen Hund so zutiefst widernatürlich ist, musst du es mit ihm in kleinen Schritten üben.

Gehe anfangs nur für ein paar Sekunden vor die Tür und kehre dann gleich wieder zurück. Steigere die Zeiten langsam aber stetig. Und mache NIEMALS einen Aufriss um dein Kommen & Gehen! NIE. NEVER. NIEMALS. ABSOLUT NIE. Kein Abschied vom Hund beim Gehen! Keine Begrüßung des Hundes beim Kommen!

Keine Abschiedsrituale! Gib dem Hund das Gefühl, dass es nichts besonderes ist, wenn du gehst. Das stärkt sein Vertrauen, dass du bald wiederkommen wirst.

Keine Begrüßungsrituale! Eine laute und aufgeregte Begrüßung interpretiert dein Hund als »Da hast du aber noch mal Glück gehabt, dass ich dich wiedergefunden habe. Beinahe wären wir für immer getrennt worden.«

Mein Hund dreht frei, wenn er andere Hunde sieht

Dein Hund reißt dir fast den Arm aus dem Schultergelenk, sobald er beim Spaziergang an der Leine andere Hunde sieht?

Die Ursache ist einfach: Dein Hund vertraut dir nicht. Er glaubt nicht, dass du imstande bist, euer Rudel zu beschützen. Deshalb übernimmt er die Aufgabe und versucht, den fremden Hund zu vertreiben.

Die Lösung ist langwieriger: Arbeite an eurem gegenseitigen Respekt!

Eine kurzfristige Lösung ist dabei immer: Vermeide den Kontakt zu anderen Hunden! Beschleunige deinen Schritt, um aus der Situation herauszukommen.

Niemals dem eigenen Hund gut zureden! Er versteht dein Gebrabbel nur als Aufforderung weiterzumachen und seine Bemühungen noch zu verstärken.

An der Leine zerren bringt nichts! Das "Zurückhalten" des Hundes an der Leine bewirkt beim Hund nur, dass er sich noch mehr und mehr und mehr aufregt.

Verlasse solche Situationen schnellstmöglich! Idealerweise vermeidest du solche Situationen vorausschauend. Gelingt das nicht, verlasse die Situation zügig; gern auch (weg-)rennend.

Mein Hund zieht an der Leine

Wer kennt das nicht? Wir wollen spazierengehen, aber der Hund ist immer vorn am äußersten Ende der Leine. Nicht wir gehen mit ihm spazieren; sondern er mit uns.

Lösung 1: Stehenbleiben ist hier ein guter Ansatz. Einfach stehenbleiben, wenn der Hund zieht. Und still warten, was passiert. Dein Hund wird zunächst notgedrungen ebenfalls anhalten. Doch da du dich nicht rührst, wird er ein paar Schritte zu dir zurücklaufen.

Du bleibst aber immer noch still stehen. Bis dein Hund ganz zu dir kommt, um zu schauen, warum du erstarrt bist. Dann lobst du deinen Hund kurz und freundlich ("Brav!") und setzt dich wieder in Bewegung. Sobald er wieder zieht, bleibst du wieder stehen.

Das machst du so lange und so oft, bis dein Hund begreift, dass es nur weitergeht, wenn er nicht zieht.

Der Haken? Du brauchst viel, viiieeel, sehr viel Geduld.

Lösung 2: Richtung wechseln ist auch hilfreich. Keine Ankündigung. Einfach jedes Mal, wenn der Hund wieder am vordersten Ende angekommen ist und an der Leine zu ziehen beginnt, die Richtung wechseln.

Es wird auch hier viele Wiederholungen und viele, viele Tage der Übung brauchen. Doch dein Hund lernt mit der Zeit, dass nicht er die Richtung bestimmt. Also wird er sich immer mehr an dir orientieren. Und das bedeutet: Sehr viel weniger Zug in der Leine.

Kombiniere beide Lösungen! Verhalte dich dabei für den Hund unberechenbar. Mal bleibst du einfach stehen und wartest, dass er zu dir zurückkommt. Mal änderst du umgehend die Richtung, sobald er zieht.

So bringst du deinem Hund noch deutlicher bei: »ICH gehe mit dir spazieren! Nicht umgekehrt.«

Konsequenz ist entscheidend! Es bringt nichts, das nur ab und zu zu üben.

Geduld ist wichtig! Je fester dein Hund bereits verinnerlicht hat, dass ER führt; desto länger müsst ihr üben. Viele, viele Tage lang. Mehrere Wochen. Doch irgendwann lernt auch dein Hund diese Lektion.

"Leinenruck" ist Scheiße! Mit einem Leinenruck reagierst du nur deinen Unmut ab. Dein Hund lernt dabei gar nichts, außer, dass du willkürlich strafst. Im schlimmsten Fall verletzt du dabei sogar deinen Hund.

Mein Hund ist dumm! Er lernt einfach nichts.

Oh ja, Hunde sind unterschiedlich intelligent. Aber ALLE Hunde können zumindest die 7 Grundkommandos und einige Tricks lernen.

Wenn dein Hund sich also "blöd anstellt", dann liegt es ... Oh Mirakel! Oh Wunder! ... vor allem an DIR. Dann bist du, so leid es mir tut, dir das sagen zu müssen, ein schlechter Lehrer. Aber du hast es in der Hand. Du kannst es ändern.

Teile das Training von Kommandos und Tricks in kleinere Schritte ein! Übe diese kleinen Schritte mit deinem Hund und belohne deinen Hund für jeden noch so kleinen Fortschritt, den er macht.

Lasst euch Zeit mit dem Training! Beim Üben ist es nicht wichtig, schnell voranzukommen. Viel wichtiger ist, GUT ZU LERNEN. Denn je besser dein Hund den aktuellen Schritt schafft, desto leichter fällt es ihm, den nächsten Schritt zu meistern, ohne den aktuellen Schritt zu vergessen.

Sei geduldig! Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Und gutes, solides Wissen hast auch du nicht an einem Tag erworben. Also zeige Geduld mit deinem Hund! Er wird es begreifen. Er braucht nur Zeit.

Wer kleine Schritte macht, stolpert weniger! Je kleiner die Schritte, desto leichter lernt dein Hund.

Intelligente Hunde können bis zu 250 verschiedene Kommandos lernen. Selbst die "dümmsten" Hunde können um die 30 verschiedene Kommandos lernen.

Mein Hund bettelt und sabbert, wenn wir am Tisch sitzen

Natürlich weiß dein Hund sehr genau, dass ihr gerade am Tisch leckere Sachen herunterschlingt. Und natürlich hätte er gern davon etwas.

Lösung: Nichts geben. Niemals. Wenn du nicht willst, dass dein Hund schmachtend am Tisch sitzt, dann gib ihm einfach nichts. Punkt.

Du hältst seinen Blick nicht aus? Dann bringe den Hund vor dem Essen in ein anderes Zimmer. Schließe die Tür zum Esszimmer oder zur Küche. Und lass den Hund erst wieder rein, wenn ihr mit dem Essen fertig seid.

Das gilt auch für ALLE anderen Situationen, etwa die "Leckerlie-Abfälle" während der Zubereitung des Essens. Wenn dein Hund erst einmal lernt, dass Betteln zum Erfolg führt, dann wird er immer raffiniertere Strategien erfinden, um möglichst hungerleidend auszusehen.

Wer sich also einen Bettler heranzieht, der muss sich nicht wundern, dass er einen Bettler bekommt.

Die einzige Lösung: Gib ihm nichts! Gar nichts! Wer dem Betteln nachgibt, der erzieht seinen Hund zum Bettler.