»Mein Hund hört nicht auf mich! Was kann ich tun?«

Das Hauptproblem, mit dem Hundehalter kämpfen, ist immer wieder dasselbe:

»Mein Hund hört nicht auf mich.«

Nehmen wir die schlechte Nachricht gleich vorweg: Wie beim Menschen, so gilt auch beim Hund: Der Hund lässt sich nicht einfach "auf Werkseinstellungen zurücksetzen". Es gibt keinen Reset-Schalter, den man drücken kann.

Nachdem du nun aber den ersten - und wichtigsten - Schritt bereits getan hast und beabsichtigst, am Verhalten des Hundes grundlegend etwas zu ändern, erscheint es geradezu wie ein unüberwindbarer Berg:

»Wo anfangen?«

Nicht wahr?! Je genauer man hinschaut, desto mehr "Baustellen" entdeckt man plötzlich. Und irgendwie gäbe es nun so viel an so vielen Stellen zu erziehen, zu ändern und zu trainieren, dass man schon fast wieder aufgeben möchte, bevor man so richtig angefangen hat, weil es so unglaublich schwierig erscheint.

Wie kommt man also am schnellsten, am leichtesten und am sichersten zum gewünschten Ziel eines ruhigen und entspannten Lebens mit dem Hund? Ein Leben, in dem der Hund uns nicht den Arm auskugelt, wenn er an der Leine ist. Ein Leben, in dem der Hund vielleicht sogar jedes Mal kommt, wenn er gerufen wird.

Kurz gesagt: Ein Leben, das man sich eigentlich vorgestellt hat, als man seinerzeit darüber nachdachte, sich einen Hund anzuschaffen: Ein Leben mit einem Freund, der einen respektiert; und den man selbst respektieren kann und möchte.

Was zuerst? »Womit beginne ich am besten?«

Kennst du den Song »Man in the Mirror«, der unter anderem auch von Michael Jackson gesungen wurde? Darin gibt es jene Textzeilen, die zugleich die Antwort auf diese Frage sind:

Englisch: »I'm starting with the man in the mirror. I'm asking him to change his ways. And no message could have been any clearer: If you wanna make the world a better place take a look at yourself, and then make a change.«

Deutsch: »Ich beginne mit dem Menschen im Spiegel. Ich bitte ihn, sich zu ändern. Und keine Botschaft könnte klarer sein: Wenn du die Welt verbessern willst, dann beginne bei dir selbst.«

Nun wollen wir vielleicht nicht gleich damit beginnen, die ganze Welt zu verbessern. Aber UNSERE WELT, die Welt unserer Familie mit unserem Hund, die wollen wir sehr wohl ändern.

Also beginnen wir
bei uns selbst!

Wie? Auch dazu gibt es ein berühmtes Zitat, dieses Mal von Edward Hoagland:

»Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Mensch zu machen. Ziehen Sie stattdessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.«

Das ist immer noch zu vage, zu unbestimmt, um damit sofort etwas anfangen zu können? Nun, dann formulieren wir es unmissverständlich:

»Guter Rudelführer gesucht!«
und
»Wie führe ich meinen Hund durch meine Welt?«

Dort findest du den Anfang. Und von dort aus wird es sehr schnell zum Selbstläufer. Schon nach einigen Tagen fühlt es sich immer "richtiger" an. Für dich. Aber auch für deinen Hund. Und bereits in wenigen Wochen wirst du einen völlig neuen Hund zu Hause haben.

Versprochen!

Schritt 1: »Wo klemmt's wirklich?« Erst mal in Ruhe nachdenken!

Bevor wir uns gleich in die Vollen stürzen und überhastet ein Umerziehungs-Bootcamp starten, ist GENAU JETZT der richtige Zeitpunkt, sich erst einmal ...

... nun, ... zurückzulehnen und unsere Beziehung zu unserem Hund mit möglichst großem Abstand zu betrachten:

»Was würde ein Außenstehender sagen:
Warum ist mein Hund so "verhaltensgestört"?
«

Liegt's an ihm? Liegt's an mir? Oder woran sonst? Denn IRGENDWAS MUSS es ja sein. Schließlich haben andere Leute Hunde derselben Rasse, die nicht so verhaltens-gestört sind, wie der unsere, nicht wahr?!

Tipp: Meistens - nicht immer, aber allermeistens - beginnt es mit mangelhafter Erziehung. Und dann wird es zu einer sich wechselseitig negativ verstärkenden Feedback-Schleife: Der Hund hört nicht. Also macht man noch mehr Erziehungsfehler. Also hört der Hund noch schlechter. Also ... und so weiter.

Nur absolute Ehrlichkeit hilft weiter! Du schuldest niemandem Rechenschaft. Nur deinem Hund, deiner Familie und dir. Also sei absolut ehrlich euch gegenüber!

Schritt 2: »Verfüge ich über das notwendige Wissen?«

Hier unterscheiden sich die Erziehung von Kindern und die von Hunden erheblich. Und das aus einem einzigen, aber simplen Grund: Hunde sind keine Menschen. Und sie werden es nie.

Kinder können deine Sprache lernen. Denen kannst du die Dinge erklären. Und sie sind imstande, die menschlichen Konzepte, menschlichen Vorstellungen und menschlichen Regeln zu verstehen. Daher funktioniert bei der Erziehung von Kindern viel intuitiv. »Man kann es einfach.«, wird dir (fast) jede Mutter bestätigen können. Mühsam anfangs, sicherlich. Und - natürlich - auch mit Fehlern. Aber es geht.

Hunde verstehen hingegen kein einziges menschliches Konzept, keine einzige menschliche Vorstellung, keine einzige menschliche Regel. Sie folgen ihren Instinkten. Und das einzige, was sie überhaupt verstehen, ist IHRE EIGENE SPRACHE. Nicht deine, sondern ihre. Nicht die menschliche, sondern die "hündische".

Deshalb die Frage: »Kennst du dich mit den Instinkten und der Sprache deines eigenen Hundes überhaupt gut genug aus, um erfolgreich Erziehungsarbeit leisten zu können?« Verstehst du seine Bedürfnisse? Verstehst du wirklich, was er dir sagt, wenn er mit dir redet (und das macht er den ganzen Tag fast ununterbrochen)?

Schritt 3: Eins nach dem Anderen! Vieles kommt von ganz allein.

Du bist bereit! Du hast dir die wichtigsten Grundlagen der Hunde-Erziehung angeeignet. Und du hast zumindest schon mal eine grobe Vorstellung davon, was du zukünftig anders machen willst.

Wenn da nur nicht der scheinbar unüberwindbare Berg an "Baustellen" wäre ...

Doch an dieser Stelle gibt es endlich eine gute Nachricht: Jede "Baustelle", die du von jetzt an erfolgreich bearbeitest, sorgt dafür, dass alle anderen Baustellen ganz automatisch kleiner werden. Ja, mehr noch: Viele Baustellen werden sogar völlig verschwinden, bevor du sie überhaupt begonnen hast.

Der anfangs scheinbar so unüberwindliche Berg schmilzt von ganz allein, wie Butter in der Sonne.

Warum? Nun, dein Hund WILL ja gern "alles richtig machen". Er ist ein soziales Rudeltier. Und als solches WILL er sich einfügen und ein gutes Mitglied des Rudels sein. Er wusste nur bisher nicht, wie das "Richtig" NACH DEINEN VORSTELLUNGEN genau funktionieren soll. Schließlich sind es MENSCHLICHE Regeln, die das "Richtig" definieren; nicht hündische. Doch das wird er nun von dir lernen. Und je mehr er von dir lernt, desto besser kann er das Gelernte auch in anderen Bereichen, auf anderen "Baustellen" anwenden.

... und so hilft dir dein Hund dabei, ihn zu erziehen. Fast wie bei menschlichen Kindern.

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