Woran erkenne ich, dass ich als Rudelführer akzeptiert werde?

Wer noch nicht so viel Erfahrung mit Hunden hat, der stellt sich sicherlich auch ab und zu die Frage:

»Woran erkenne ich,
dass mein Hund
mich als Rudelführer akzeptiert?
«

Schließlich wollen wir alle keinen Hund, der nur unterwürfig auf dem Boden herumkriecht, nicht wahr?! Im Gegenteil: Er soll schon selbstbewusst sein. Und er soll sein Leben in vollen Zügen genießen können.

Aber wo sind die Grenzen? Wie erkenne ich, dass er mich (nicht; oder vielleicht auch: nicht mehr) ausreichend akzeptiert? Und wann und wie steuere ich dagegen?

Du bist tief im grünen Bereich, wenn ...

  • ... dein Hund (fast) nie an der Leine zieht

    Natürlich darf er hier und da mal die Leine auslaufen. Warum auch nicht? Aber er sollte UNAUFGEFORDERT, also ohne selbst an der Leine ziehen oder Kommandos geben zu müssen, die Leine wieder entspannen.

  • ... dein Hund (fast) nie an der Leine nach vorn läuft

    Auch hier gilt: FAST. Natürlich darf er auch mal nach vorn gehen. Aber er sollte UNAUFGEFORDERT wieder an deine Seite oder an einen Platz schräg hinter dir oder genau hinter dir zurückkehren.

  • ... dein Hund sich im Freilauf nicht weiter als 20-50 Meter von dir entfernt

    Wie immer: MEISTENS. Ein respektvoller Hund wird IMMER in Sichtweite bleiben. Dabei zieht er natürlich "Kreise" um dich herum. Meistens sollte er sich jedoch seitlich von dir oder hinter dir aufhalten.

  • ... dein Hund dich im Freilauf alle paar Minuten von ganz allein "besucht"

    Ein gut erzogener freilaufender Hund wird IMMER Kontakt zu seinem Rudelführer halten. Er wird sich also durchaus ein bisschen entfernen; aber er wird auch UNAUFGEFORDERT & OHNE KOMMANDO immer wieder - mindestens in Sichtweite - zum Rudelführer zurückkommen; um gleich darauf wieder seitlich in den Büschen zu verschwinden.

  • ... dein Hund im Freilauf immer wieder den Blickkontakt zu dir sucht

    Ganz egal, wie wild das Spiel auch sein mag: Dein Hund wird sich immer wieder umschauen, wo du bist und was du machst. Das gilt auch für den normalen "Spaziergangs-Freilauf". Auch hier wird er immer wieder den Blickkontakt zu dir suchen.

    Wie oft? Das hängt von der Intensität seiner Beschäftigung ab. Aber es sollte NIEMALS seltener als etwa alle 2 Minuten sein.

  • ... dein Hund an der Leine und im Freilauf geduldig wartet, bis du weitergehst

    Bleibe einfach mal unvermittelt stehen und beobachte deinen Hund. Ein respektvoller Hund wir die Leine höchstens für einige Sekunden straffen, weil er noch nicht bemerkt hat, dass du stehengeblieben bist. Und er wird IN JEDEM FALL - also an der Leine und im Freilauf - OHNE KOMMANDO zu dir zurückkommen und IN DEINER UNMITTELBAREN NÄHE (nicht weiter als 5-10 Meter entfernt) warten, bis du weitergehst.

    Wenn der Hund sich obendrein sogar VON ALLEIN & OHNE KOMMANDO entspannt ablegt und vielleicht sogar "einnickt", wenn es mal etwas länger dauert, ist es sogar perfekt.

  • ... du deinen Hund allein mit einem "bösen Blick" vom Sofa schicken kannst.

    Dein Hund macht etwas, was er nicht machen sollte? Und er WEIẞ, dass er das eigentlich nicht tun sollte?

    Dann sollte ein "böser Blick" (s. »Deine Körpersprache«) ausreichen, um ihn zur Ordnung zu rufen und daran zu erinnern, dass du jetzt und hier keinen Regelbruch duldest. Versuche es zunächst OHNE KOMMANDO. Nur allein mit dem "bösen Blick" deiner Körpersprache. Aber wenn EIN KURZES KOMMANDO ausreicht, ist es ebenfalls völlig okay und keinesfalls verbesserungsbedürftig.

  • ... dein Hund diesen Test besteht.

    Der Test »Respektiert mein Hund mich?« ist der ultimative Test. Denn hier arbeiten wir mit der gemeinsten Verlockung, die ein Mensch sich ausdenken kann: Mit leckerem Futter.

    Besteht dein Hund hier, hast du eine perfekte Grundlage für die weitere Arbeit mit deinem Hund. WICHTIG! Besteht dein Hund diesen Test nur knapp oder vielleicht auch knapp nicht, ist das absolut kein Beinbruch. Wie gesagt: Es ist der gemeinste Test, den man sich ausdenken kann. ... Es ist dann eben nur eine Aussage darüber, dass es noch nicht perfekt ist. Nicht mehr. Nicht weniger.

Wenn dein Hund all das macht, hast du bereits einen sehr respektvollen Hund. Glückwunsch!

Und wenn er obendrein keine der auf der Seite »Wie erkenne ich dominantes Verhalten meines Hundes?« genannten typischen Anzeichen zeigt, hast du sogar einen äußerst gut erzogenen und respektvollen Hund.

Dein Hund macht nicht alles davon? Aber er bemüht sich sichtlich?

Die oben genannten Anzeichen für den Respekt deines Hundes dir gegenüber sind logischerweise die Note SEHR GUT bis AUSZEICHNUNG.

Logischerweise ist auch eine Note GUT noch völlig ausreichend für das tägliche Zusammenleben. Das Leben wäre ja sonst schnell langweilig, wenn immer alles perfekt klappen würde.

Entscheidend ist, dass ihr damit gemeinsam klarkommt, und dass es zumindest keine gravierenden oder gehäuften Ausfälle gibt. Und entscheidend ist auch, dass der Hund bei der Erziehung zumindest zeigt, dass er sich Mühe gibt.

Wie du es noch besser machen kannst? Finde heraus, woran es klemmt! (Heißer Tipp: Meistens liegt's am Leinenhalter.) Und dann verbessere erst dich selbst (beim Führen) und dann den Hund (in der Erziehung). In dieser Reihenfolge!

Lies dazu zunächst die folgenden Abschnitte:

... dann wirst auch du bald eine Note SEHR GUT ins Zeugnis deines Hundes (und vor allem: in dein eigenes, denn dein Hund ist nur so gut, wie du selbst) schreiben können. :)

Keine Chance?! Nicht mal annähernd?

Du und dein Hund - ihr seid noch nicht so weit? Na dann: Ran an die Herausforderung! Für deinen Hund! Und für die geschonten Nerven. Und für ein entspannteres Zusammenleben.

Es ist machbar. Mit jedem Hund. Und du besitzt bereits alle Mittel, die du brauchst, um es deinem Hund zu ermöglichen.

  1. Finde heraus, was genau falsch läuft!

    Schreibe es auf einen Zettel! Was - genau - stört dich? Und wie - genau - hättest du es gern?

  2. Prüfe dich selbst!

    In fast allen Fällen liegt es an der "falschen Lehre". Was hast du bisher falsch gemacht? Und wie kannst du deinem Hund besser vermitteln, was du eigentlich gern von ihm haben möchtest? SEI EHRLICH ZU DIR SELBST! Auch, wenn es vielleicht schmerzhaft ist. Du belügst ansonsten nur dich und deinen Hund.

  3. Schritt für Schritt! In kleinen Schritten.

    Wenn du etwas ändern willst, dann verlange nicht zu viel auf einmal! Macht gemeinsam kleine Schritte! So seid ihr sehr viel erfolgreicher.

  4. Bleibe konsequent! Und geduldig!

    Auch dein Hund hat gute und schlechte Tage. Manchmal klappen die Dinge nicht so schnell, wie man sie gern hätte. Bleibe trotzdem konsequent und geduldig! Übt so lange und so oft, bis es klappt.

  5. Nicht aufgeben!

    Du wirst Rückschläge haben. So ist das Leben. Mal baut der Hund Mist. Mal hast du es verbockt. Doch lasse dich davon nicht entmutigen. Blicke nie zurück, sondern immer nach vorn. Dein Hund macht es ebenso.

  6. Nicht zu früh aufhören!

    Ihr habt großartige Erfolge erzielt? Dann bleibt am Ball! Übt trotzdem immer weiter. Das neue Wissen muss sich erst verfestigen. Und das geht nur mit viel, viel Übung.

  7. Nie aufhören!

    Das, was wir von unseren Hunden verlangen, wenn sie in unserer menschlichen Welt mit ihren menschlichen Regeln leben sollen, widerspricht zum Teil ihren Instinkten. Deshalb wirst du das ganze Leben deines Hundes lang dranbleiben und üben müssen. Aber je besser ihr als Team zusammenspielt, desto einfacher wird es für euch beide.

Als "Lese-Tipp" hast du die ganze Website: Sie ist genau für diesen Zweck da. Je nachdem, an welchen Aspekten du gerade mit deinem Hund arbeiten möchtest, findest du in den jeweiligen Abschnitten eine Vielzahl an Informationen, Hintergrund-Erläuterungen, Praxis-Tipps und Hilfestellungen.

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