Wichtige Stimmungen des Hundes

Wenn wir fremden Hunden begegnen, zeigen die uns in aller Regel schon auf größere Entfernung an, ob sie überhaupt Lust haben, UNS begegnen zu wollen.

Wie bei den Menschen, so gilt nämlich auch bei den Hunden: Man ist halt einfach nicht immer in der Stimmung. Manchmal will man auch einfach nur seine Ruhe ... oder hat sogar Angst.

Diesen Hunden kannst du dich nähern

Komm her! Ich freue mich auf dich! Der Hund sitzt oder steht und hat eine ganz entspannte Körperhaltung. Der Kopf ist oben und entspannt auf uns gerichtet; die Zunge hängt vielleicht ein bisschen raus (muss aber nicht). Fast sieht es aus, als würde der Hund uns anlächeln. Die Ohren stehen rassetypisch "normal", sind also entspannt "ungefähr in unsere Richtung" gerichtet. Und der Schwanz wedelt - langsam oder schnell - hin und her.

Los! Lass uns gemeinsam Spielen! Das Gesicht des Hundes scheint zu lächeln. Die Vorderbeine und der Brustkorb sind niedrig (vielleicht sogar platt auf der Erde). Die Hinterbeine und der Hintern stehen hoch in die Luft. Der Schwanz ist waagerecht oder hoch erhoben und wedelt schnell von links nach rechts.

Unerzogene und schlecht sozialisierte Hunde bellen dich eventuell auch auffordernd an.

Warte! Ich komme! Der Hund läuft entspannt und federnd auf dich zu. Entweder geradeaus zu dir (= sehr entspannter Hund) oder in einem leichten Bogen (= vorsichtiger und zögernder Hund). Der Kopf ist oben und wird entspannt gehalten. Der Schwanz wird waagerecht oder nach oben gehalten und wedelt schnell (= freudig aufgeregt) oder langsam (= neugierig, aber vorsichtig).

WICHTIG: Hier will er zuerst dich begrüßen. Lass ihn einen Augenblick an dir schnüffeln oder bei dir stehen, bevor du ihn anfasst.

Diese Hunde wollen keinen Kontakt mit dir

Bleibe weg! Ich habe Angst vor dir! Der Rücken ist krumm. Es sieht so aus, als würde der Hund in sich zusammenkriechen. Der Schwanz ist zwischen die Hinterbeine geklemmt oder wird sogar bis zum Bauch hochgezogen. Die Ohren sind angelegt. Die Vorderbeine stemmen sich schräg nach vorn in den Boden. Der ganze Hund macht den Eindruck, als würde er sich am liebsten umdrehen und weglaufen.

Geh weg! Du bist mir zu nahe! Der Hund liegt, sitzt oder steht und dreht den Kopf von dir weg. Die Ohren werden nach hinten genommen, eventuell sogar angelegt. Zur Verstärkung leckt er sich vielleicht sogar kurz die Nase oder zieht die Mundwinkel nach hinten, fast so, wie beim Menschen das "Ekel-Gesicht". Eine weitere Verstärkung ist es, wenn der Kopf nach unten genommen wird; der Hund also fast "beschämt" oder "schüchtern" wirkt.

Hau ab! Ich mag dich nicht! Der Hund sitzt und lehnt sich von dir weg. Der Kopf wird nach unten gehalten und eventuell von dir weggedreht. Er vermeidet jeden Augenkontakt mit dir. Die Ohren werden leicht angelegt. Zur Verstärkung winselt der Hund vielleicht sogar leise oder hebt eine Vorderpfote.

Bedränge Hunde nicht!

Generell, absolut und ultimativ gilt: Bedränge Hunde nicht! Wenn ein Hund akzeptiert, dass du dich ihm nähern oder ihn gar anfassen darf, dann wird er es dir deutlich zeigen.

Doch beim geringsten Zweifel lasse die Finger von ihm! Hunde brauchen diese Berührungen von dir nicht. Sie können auch sehr gut weiterleben, ohne dass du sie streichelst.

Hunde betrachten es als ausgesprochen unhöflich und belästigend, wenn sie ungewollt angefasst werden.

Wie die Menschen: Anfassen nur, wenn es erlaubt ist! Hunde betrachten es als ausgesprochen unhöflich, wenn sie ungewollt angefasst werden.

Streicheln deeskaliert nicht, es provoziert! Auch hier geht es ihnen wie den Menschen: Werden sie ungefragt angefasst, können sie (zunehmend) verärgert werden.

Warum laufen ängstliche Hunde nicht einfach weg?

In den Beschreibungen oben reden wir immer wieder davon, dass der Hund fast schon Angst vor dir hat. Warum läuft er aber nicht einfach weg und vermeidet so den Kontakt mit dir?

Die Antwort ist ganz einfach: Hunde sind Raubtiere. Wer wegläuft ist Beute und weckt den Jagdinstinkt.

Deshalb laufen Hunde auch bei großer Angst erst weg, wenn sie gar keine andere Wahl mehr sehen. Bis dahin bleiben sie ängstlich stehen und warten ab, dass sie endlich weggehen dürfen. Doch wann das ist, das bestimmt der Stärkere ... im Falle einer Begegnung mit dir als du.

Vorsicht! Angst-Beißer! Die Tatsache, dass er nicht wegläuft, heißt nicht, dass er nicht beißt. Hunde beißen eher aus Angst zu, als dass sie weglaufen. Wenn du ihre Körpersignale missachtest, kann es sein, dass du einen Angst-Beißer an der Hand hängen hast.

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