Manche Dinge sind dem Einen einfach egal, während der Andere darauf mehr oder weniger großen Wert legt (oder auch wegen der Verwendung des Hundes legen muss).
Stelle dir deshalb - FÜR DICH SELBST - einen groben Plan auf, in dem du festlegst, welches dominante Verhalten des Hundes du wie lange zu tolerieren bereit bist.
Ist es okay, wenn er sein Futter verteidigt und damit das Füttern zu einem mehr oder weniger gefährlichen Spiel macht? Ist es okay, wenn der Hund ein Spielzeug gegen dich (oder andere Familienmitglieder) verteidigt, und damit eventuell auch mal leichte Bisswunden zu verarzten sind, weil er bei der Verteidigung NATÜRLICH seine Zähne einsetzt (er hat ja nix anderes)? Ist es okay, wenn der Hund an der Leine vorwegläuft und auch schon mal (oder ständig) die Richtung des Spaziergangs bestimmt?
Wichtig: Es macht keinen Sinn, zu sagen: »Wenn er beißt, ist Schluss mit Lustig!«; denn das ist VIEL ZU SPÄT, um dann noch sichere Grenzen einzuziehen, ohne das Risiko, noch etliche weitere Male gebissen zu werden, bevor die Grenze wirkt, zu akzeptieren. Hier sollte beispielsweise »... wenn er das Spielzeug gar nicht mehr rausrücken will.«, die aller-mega-hyperletzte Grenze sein. Selbst "ernsthaftes Knurren" wäre hier schon viel zu spät.
Du siehst: Durchdenke auch, WIE WEIT dein Hund gehen darf. Denn sei versichert: JEDES Verhalten wird ausgelebt, bis es seine Grenzen findet. Ein lustiges "Nase krausziehen", weil er ein Spielzeug verteidigen möchte, kann - und wird - zu einer immer vehementeren Verteidigungshaltung; die irgendwann auch in Schnappen enden wird.