Erhebe NIEMALS deine Stimme im Zorn!

Natürlich kann es uns aufregen: Wir rufen den Hund und er will partout nicht kommen. Wir üben das »Bei Fuß!« (s. Die 7 Grundkommandos) bis zum Erbrechen, doch der Hund will es einfach nicht begreifen.

Brüllen ist Versagen! Wenn du brüllst, dann zeigst du deinem Hund nur deine Hilflosigkeit. Er ist nicht dumm. Er versteht dieses Signal sehr gut. Doch seine Schlussfolgerungen werden dir nicht gefallen; denn "hilflose Anführer" sind das Letzte, was er sich wünscht.

Da kann einem schon mal der Kragen platzen. Ganz besonders, wenn man es eilig hat und diese blöde Töle sich mal wieder selektiv blind und taub stellt, nicht wahr?!

Wie würde es DIR gehen?

Betrachten wir es mal aus deiner Sicht: Wie würde es dir gehen, wenn du einen tyrannischen Chef hast, der dir nun zum x-ten Mal erklärt, was du machen sollst; du dich aber - aus welchen Gründen auch immer - gerade schwer tust, es zu begreifen?

Wäre es okay, wenn er dich anschreit? Wäre es okay, wenn er dich schlägt, nachdem du auch beim 30. Erklärungsversuch immer noch nicht genau das tust, was er sich vorstellt?

Nein? Das wäre nicht okay? Und es würde dich wahrscheinlich sogar daran hindern, schneller zu begreifen? Es würde dich regelrecht blockieren? Du würdest eine Abneigung gegen diesen Tyrannen entwickeln? Du würdest ihn mit der Zeit sogar regelrecht hassen? Selbst dann, wenn er gerade mal nicht laut wird oder sogar "Freundlichkeit heuchelt"? Ja, du würdest sogar dann vorsichtig sein, wenn er es mal wirklich ganz ehrlich freundlich meint?

Warum sollte es deinem Hund anders ergehen? ... Mehr noch: Dein Hund kann echte und unechte Dominanz sehr gut unterscheiden.

Was tun, wenn man zornig ist?

Betrachte die Erziehung deines Hundes - und ganz besonders das Training deines Hundes - stets als Geduldsspiel: Es gilt, NIEMALS die Geduld zu verlieren. Wer sie zuerst verliert, der hat verloren.

Wenn du dich also mal aufregst, und ja, das wird dir passieren, dann ... nun, dann rege dich nicht auf. ;) Zeige es deinem Hund nicht. Spare dir das Herumbrüllen und Herumtoben für die Minuten ohne Hund auf. Schreie dann an, wen und was du willst; doch NIEMALS SCHREIE DEINEN HUND AN! Und verzichte erst recht auf Schläge aller Art; auch auf den berühmt-berüchtigten "leichten Klapps, damit er sich das besser merkt".

Übungen abbrechen; Training beenden ... etwas anderes machen

Wenn du so einen schlechten Tag erwischt hast, dann beende umgehend alle Übungen und Trainings mit dem Hund. Nimm ihn meinetwegen an die Leine und gehe stumm mit ihm spazieren; doch lasse deinen Zorn NIEMALS am Hund aus. Auch nicht "ein kleines Bisschen". Auch nicht "spontan ganz kurz".

Beginnt stattdessen etwas anderes, was euch beiden Freude bereitet, so dass ihr euren Frust schnellstmöglich vergessen könnt. Denn VERGEBEN & VERGESSEN ist das einzig Sinnvolle, was du jetzt noch machen kannst, um die schlechte Situation aufzulösen. ... Morgen ist ein neuer Tag. Und da wird alles besser. Mindestens deine Laune. ;)