Kommando: »Ab auf deinen Platz!«

Jeder Hund, der sich im Haus aufhalten darf, sollte mindestens einen festen Platz haben, der ihm allein gehört. Dieser Platz ist sein Ruhepol, seine Ruhezone.

Dorthin kann er sich zurückziehen, wenn er schlafen will. Und dorthin schicken wir ihn, wenn wir vor ihm Ruhe haben wollen.

Diese Übung ist eine wichtige Aufbau-Übung! Wir brauchen sie immer dann, wenn der Hund gerade stört. Beispielsweise, wenn wir Besuch bekommen, wenn der Postbote klingelt, oder wenn der Hund gerade mal seine "5 Minuten" hat.

Übe das Kommando mit großer Geduld und hartnäckiger, aber ruhiger Konsequenz!

Schritt-für-Schritt zum Erfolg Wir zerlegen die Übung - wie gewohnt - in kleine, leicht verdauliche Häppchen. So lernt unser Hund schneller, was wir von ihm wollen. Folge jedem Schritt, bis er sicher funktioniert. Erst dann mache den nächsten Schritt.

Ziel der Übung

Das Ziel dieser Übung ist erreicht, wenn der Hund ...

  1. ... nach dem Kommando auf seinen Platz geht
  2. ... sich auf dem Platz allein setzt oder hinlegt

Tipp: Sei anfangs schon zufrieden, wenn dein Hund es dort 5 Minuten aushält. Die Zeitspanne verlängert sich ganz automatisch mit der Gewohnheit des Platzes.

Soll ich zum Kommando ein Handzeichen geben? Na klar! Erstens verstärkst du mit dem Handzeichen das gesprochene Kommando; kannst also leiser kommandieren; ja, sogar flüstern. Und zweitens lernt dein Hund mit der Zeit das Handzeichen als Kommando. Du kannst ihn also irgendwann allein mit dem Handzeichen auf den Platz schicken.

Dauer des Intensivtrainings? Richte dich auf ca. 1 Woche täglich 20 bis maximal 60 Minuten Üben ein. In dieser Zeit schaffst du jeweils etwa 5-20 Durchläufe. Du kannst auch mehr machen, wenn du die notwendige Ruhe bewahren kannst. Dem Hund schadet es nicht.

Nutzen im Alltag

Bevor wir uns gleich in die Vollen stürzen, lass uns noch einmal kurz nachdenken, wozu wir das Kommando brauchen:

  • Der Hund stört gerade

    Beispielsweise wollen wir Besuch an der Tür begrüßen, aber unser Hund dreht viel zu sehr auf.

  • Der Hund hat Mist gebaut

    Dafür ist dieses Kommando NICHT geeignet. Entweder korrigieren wir den "Mist" sofort; oder wir vergessen ihn (genauso, wie der Hund). Aber wir schicken unseren Hund NIEMALS - ABSOLUT NIE! MALS! - auf die "Strafbank".

Im Normalfall sollte dieses Kommando also ziemlich selten angewendet werden (müssen). Ein gut erzogener Hund wird dir zwar durchaus mal im Weg herumstehen oder -liegen; doch er wird das selbst erkennen und sich einen besseren Platz suchen. Und ein schlecht erzogener Hund kann durch die "stille Treppe" nicht im Sinne einer Lehre bestraft werden. Im Gegenteil: Damit wird nur den Frust des Hundes gegen seine tyrannischen und launischen Möchtegern-Rudelführer erhöht.

Trotzdem ist es durchaus nützlich:

  • Wir können den Hund "einbremsen"

    Beispielsweise haben wir Indoor gespielt; möchten dem Hund aber jetzt - dringend: weil etwa das Telefon klingelt - signalisieren, dass das Spiel vorbei ist.

  • Wir reflektieren unsere dominante Stellung

    Beispielsweise liegt unser Hund mal wieder rotzefrech auf dem Sofa, obwohl er dort eigentlich nicht hindarf. Also weisen wir ihm einen anderen Platz, nämlich "sein eigenes Sofa", zu.

Doch niemals benutzen wir dieses Kommando als Strafe. Der Hund soll seinen Platz als willkommenen Ort der Ruhe (auch vor dir!) wahrnehmen. Und er soll diesen Platz AUCH ALLEIN AUFSUCHEN, wenn er Ruhe haben will. Deshalb MUSS es für ihn ein super-angenehmer Platz sein, mit dem er nur "good vibrations" verbindet.

Keine Disziplinar-Strafe! Der "Platz" des Hundes ist KEINE STRAFBANK und keine "stille Treppe"! Vielmehr soll der Hund diesen Ort mit Ruhe (auch vor dir!) verbinden.

Vorbereitung

Leckerlie: Wie fast immer brauchen wir auch hier ein prall gefülltes Säckchen mit Leckerlie. (Alternative: Hier kann sich der Hund einen Teil seiner "normalen Tagesration" an Futter verdienen.)

Leine? Nein. Wir brauchen zwar keine Bewegungsfreiheit; aber wir üben Indoor. Also sollten wir keine unlösbaren Probleme bekommen.

Ruhe: Diese Übung muss zwingend mit sehr geduldiger Ruhe ausgeführt werden. Das gilt auch für den Hund. "Runterfahren & Chillen" sollte also auf dem Vorprogramm stehen. Und das gilt auch für die Sippe: Je weniger Ablenkung, Krach und Bewegung es im Haus gibt, desto erfolgreicher wird das Training.

Konsequenz & Geduld: Natürlich! Wie immer. Nie laut. Aber immer geduldig Disziplin einfordernd.

Profi-Tipp: Hunger! Ein hungriger Hund ist ein gelehriger Hund. Gib deinem Hund vor dieser Übung 12-24 Stunden lang nichts zu fressen. (Wasser bekommt er jedoch so viel er will!)

Beginn der Übung

Je gechillter und müder der Hund, desto einfacher das Training. Im Idealfall ist unser Hund von einem laaaaangen und spannenden Spaziergang schön ausgepowert und wünscht sich eigentlich nur noch »Jetzt noch einen Happen essen; und dann ab ins Bett!«

Auch für uns gilt: Wir kommen gerade aus einem buddhistischen Kloster. Es gibt nichts auf dieser Welt, das uns anheben kann. Wenn man im Duden die Begriffe "Ruhe & Gelassenheit" nachschlägt, steht dort als Definition unser Name.

Wir positionieren uns etwa 1 Meter vor der Hunde-Decke bzw. dem Hunde-Körbchen und setzen uns dort auf den Fußboden. Dann locken wir den Hund zu uns und verabreichen ihm erst mal eine 5-10-minütige entspannende Wellness-Kraul-Kur.

Der Hund droht, vor unserer Nase einzuschlafen? Er liegt da und rührt sich nicht mehr? Perfekt! Genauso wollen wir es haben.

Schritt 1: Wir locken auf die Matte

Wir nehmen ein Leckerlie in die Hand, zeigen es unserem Hund (dicht vor die Nase halten) und führen die Leckerlie-Hand dann über die Hunde-Decke bzw. das Hunde-Körbchen. Sobald der Hund sich nun in Bewegung setzt, sagen wir sanft und leise das neue Kommando:

»Geh auf deinen Platz!«

Ziel ist es, den Hund so weit zu locken, dass er mit allen 4 Pfoten auf seinem Platz steht.

Sobald der Hund auf dem Platz steht, bekommt er das Leckerlie. Und wir nehmen die Hand NICHT weg. Stattdessen lassen wir die Hand an derselben Stelle in der Luft hängen. Unser Hund wird nun die Hand etwas gründlicher untersuchen um herauszufinden, ob da noch ein Leckerlie zu holen ist. GENAU DAS wollen wir: Wir wollen Zeit schinden.

TIPP: Das "Lock-Leckerlie" (also das, das der Hund gleich bekommt) nimm zwischen Daumen und Zeigefinger der Leckerlie-Hand.

TIPP: "Untersuchung der Hand" verlängern Nimm ein Leckerlie in die Leckerlie-Hand. Klemme es zwischen kleinem, Ring- und Mittelfinger ein. Lass diese Finger geschlossen. So riecht der Hund das Leckerlie, kommt aber nicht dran.

Schritt 2: Warten, warten, warten, ... und ggf. korrigieren

Nun warten wir. Still. Stumm. Ohne jegliche Bewegung. Was wird der Hund jetzt machen?

Im Idealfall ist er so ausgepowert, dass er gar keine große Lust hat, sich jetzt noch viel zu bewegen. Vielleicht setzt er sich. Vielleicht legt er sich. Er darf jetzt auf dem Platz ALLES machen: Er darf sich drehen. Er darf herumstehen. Er darf sich kratzen. Er darf sich umschauen. Nur eines korrigieren wir: Verlässt auch nur eine einzige Pfote den vorgesehenen Platz, greifen wir ein.

Setzt oder legt sich der Hund nun ab, bekommt er noch ein oder zwei Leckerlie, ruhige Streicheleinheiten und verbales Lob: »Braver Junge!« bzw. »Braves Mädchen!« ... und dann ziehen wir uns leise und vorsichtig zurück und beenden das Training für diesen Augenblick. Wir haben ja erreicht, was wir erreichen wollten. Und wir haben noch viel Zeit zum Üben. Jetzt soll der Hund sich erst mal an seinen Platz gewöhnen.

Geht er jedoch - und sei es nur mit einer einzigen Pfote - von seinem Platz, dann wiederholen wir den Schritt 1.

Bleibt der Hund jetzt mindestens 1 Minute ununterbrochen auf seinem Platz liegen (anfangs auch: sitzen; später aber nur noch liegen), hat er sich noch ein Leckerlie und sanftes Lob verdient.

Bleibt er 2 Minuten liegen, bekommt er noch ein Leckerlie. Bleibt er 3 Minuten liegen, bekommt er noch ein Leckerlie ... und wir gehen ganz cool und mit langsamen aber nicht übertrieben langsamen Schritten von ihm weg.

WICHTIG: Nicht »Platz!« kommandieren! Der Hund MUSS allein ins »Platz!« gehen.

TIPP: "Platz!"-Beschleuniger Nimm ein Leckerlie. Halte es direkt vor die Nase des Hundes (ca. 5 Zentimeter Abstand). Ziehe die Leckerlie-Hand langsam SENKRECHT NACH UNTEN auf die Decke. Lass die Nase des Hundes bis zur Decke folgen. Gib dort das Leckerlie, sobald der Hund liegt.

Er macht nicht »Platz!«? Kein Problem. Das kommt von allein. »Sitz!« ist für den Anfang ausreichend.

3 Minuten reichen für den Anfang Hier geht es erst einmal darum, das Kommando zu lernen; also zu verstehen, WAS es bedeutet. Das WIE der genauen Ausführung kommt mit der Zeit.

Erfolgskontrolle für Schritte 1 & 2

Bevor wir mit den nächsten Schritten fortfahren, stellen wir sicher, dass unsere bisherigen Übungsschritte (Schritt 1 & Schritt 2) IMMER - WIRKLICH: AUSNAHMSLOS - funktionieren:

  1. Der Hund lässt sich mit allen 4 Pfoten auf den Platz führen.
  2. Der Hund bleibt dort wenigstens für 1 Minute und ohne "Nachforderung" durch uns ruhig liegen.

Klappt das noch nicht wirklich sicher, wiederholen wir beide Schritte so oft, bis es ohne Ausnahme jedes Mal funktioniert.

Eile mit Weile! Übe jeden Schritt, bis er wirklich sicher sitzt! Galoppierst du zu schnell vorwärts, riskierst du nur den Gesamterfolg des Trainings.

Hilfe für Schritt 3 organisieren: Wir könnten Hilfe brauchen

Für die folgenden Schritte ist eine helfende Hand sehr willkommen. Das erleichtert uns die Arbeit enorm.

Unser Helfer postiert sich hinter oder neben dem Platz des Hundes. Und sein einziger Job ist es nun, UNBEMERKT Leckerlie so auf dem Platz zu deponieren, dass der Hund das Leckerlie nur erreichen kann, wenn wirklich alle 4 Pfoten auf dem Platz sind. Ansonsten soll unser Helfer möglichst "unsichtbar" sein. (Keine Bewegung. Kein Wort. Und möglichst weit weg vom Hunde-Platz. Hoffentlich ist er bzw. sie ein guter Werfer. :) Aber entscheidend ist, dass das Leckerlie "korrekt" auf dem Platz liegt. Im Zweifel also näher treten!)

Währenddessen lenken wir den Hund mit sanftem Lob und/oder Leckerlie vom Geschehen des Helfers ab. Der Hund darf nicht bemerken, dass dort gerade Leckerlie deponiert wird!

Der Helfer ist kein "Muss". Wir können das Leckerlie auch selbst deponieren. (Hund ablenken!) Es braucht nur gutes Fingerspitzengefühl für die richtige Position des Leckerlies (alle Pfoten auf der Matte).

Schritt 3: Wir schicken auf die Matte

Im Schritt 1 hat unser Hund das Kommando kennengelernt (deshalb haben wir es so oft wiederholt). Nun soll er lernen, das Kommando wirklich zu befolgen.

Dazu postieren wir unseren Helfer (siehe Hilfe für Schritt 3). Wir selbst beziehen ebenfalls Position etwa 1-2 Meter vom Hundeplatz entfernt. Der Ablauf ist nun fast derselbe, wie in Schritt 1; nur dass wir dieses Mal nicht sitzen oder hocken, sondern stehenbleiben und den Hund auch nicht hinlocken, sondern hinschicken:

Zuerst rufen wir den Hund zu uns. (Er bekommt IMMER Lob fürs Kommen! Je weiter sein Weg, desto größer das Lob.) Dann schicken wir ihn auf seinen Platz; von nun an aber mit fordernder, jedoch immer noch leiser und ruhiger Stimme:

»Geh auf deinen Platz!«

Wenn er das Kommando schon begriffen hat, wird er nun auf seinen Platz gehen ... und dort ein Leckerlie vorfinden.

Wenn er das Kommando noch nicht begriffen hat, (haben wir im Schritt 1 zu wenig geübt!) dann helfen wir noch einmal nach: Wir nehmen ein Leckerlie in die Hand und führen den Hund mit der Leckerlie-Hand auf den Platz ... wo er ein Leckerlie vorfindet, weshalb er unseres jetzt nicht mehr bekommt. (Klappt das beim zweiten Mal auch nicht, kehren wir zu Schritt 1 zurück. Dann muss der Hund das Kommando erst sicher erkennen lernen.)

Kommando nicht wiederholen! Dein Hund ist nicht taub. Wenn er das Kommando nicht befolgt, dann weiß er nicht, was er tun soll. Beginne dann bei Schritt 1.

Körpersprache nicht vergessen! Eine fordernde Körperhaltung unterstreicht deine Dominanz!

Schritt 4: Erneut still abwarten und ggf. korrigieren

Der Hund steht nun auf der Matte und hat das dort vorgefundene Leckerlie in weniger als einer Mikrosekunde inhaliert.

Abermals warten wir nun still, stumm und vollkommen bewegungslos ab, was unser Hund macht. Dabei bemühen wir uns, es dem Hund so langweilig wie irgend möglich zu machen. (Je weniger Ablenkung es gibt, desto langweiliger ist es.)

Wir werden nur aktiv, wenn unser Hund - und sei es auch nur mit einer einzigen Pfote - seinen Platz verlässt. Dann schicken wir ihn SOFORT wieder auf die Matte zurück:

»Geh auf deinen Platz!«

In diesem Fall legen wir ein bisschen mehr Energie in das Kommando. Nicht "böse" werden. Nicht laut werden. Sondern energischer.

Sobald der Hund sitzt bzw. liegt, ... machen wir erst mal gar nix. Kein Geräusch. Keine Bewegung. (Das kann eine Weile dauern. Doch er kommt allein drauf. ALLE gelangweilten Hunde setzen bzw. legen sich nach einer Weile hin. Du musst nur Geduld haben.)

Sitzt bzw. liegt der Hund 3 Minuten lang ununterbrochen, wenden wir uns von ihm ab. (Gute Gelegenheit, ein bisschen aufzuräumen oder das Handy auf neue Nachrichten zu checken. Aber chillig! Keine hastigen Bewegungen, keine plötzlichen Geräusche.)

Das ziehen wir jetzt mindestens 5 Minuten lang durch: In dieser Zeit muss der Hund ununterbrochen sitzen oder liegen. (Wenn du das wirklich 5 Minuten geschafft hast, dann liegt der Hund jetzt von ganz allein. Sollte er dann immer noch nicht liegen, gab es zu viel Unruhe im Umfeld.)

Geht der Hund jedoch vorzeitig vom Platz beginnt der Timer von vorn.

Bekommen wir ihn allein durch das Kommando nicht zurückgeschickt, ist dieser Schritt nicht erfolgreich; und wir wiederholen ab Schritt 3.

Tipp Vielen Menschen hilft es, mehr dominante Energie auszudrücken ohne dabei lauter zu werden, wenn sie gleichzeitig mit dem gesprochenen Kommando auf den Platz zeigen.

Übungs-Abbruch! Bekommen wir den Hund nicht allein mit dem Kommando auf seinem Platz "festgehalten", brechen wir die Übung für diesen Moment ab und probieren es später noch einmal. Jede Form von Nötigung ist hier abträglich.

Geschafft! Also so gut wie...

Unser Hund kann jetzt folgendes mit 100-prozentiger Sicherheit:

  1. Er lässt sich aus mindestens 2 Meter Entfernung auf den Platz schicken.
  2. Er bleibt dort mindestens 5 Minuten.
  3. Er legt sich selbständig hin.

Im Grunde ist unser Training damit abgeschlossen. Der Rest kommt allein durch das regelmäßige Wiederholen.

Aber natürlich ist es sinnvoll, das Training in der kommenden Zeit aus immer größerer Entfernung (und auch aus einem anderen Zimmer heraus) fortzusetzen.

Geht es dann zwar genauso konsequent und diszipliniert; aber nicht mehr so intensiv an. Von jetzt an gilt Folgendes:

Lieber 3-4 Mal am Tag erfolgreich sein; als immer noch 20 Mal den Hund korrigieren müssen. Wähle den Zeitpunkt also weise! (Beispielsweise etwa 10 Minuten nach dem Füttern. Oder 10-20 Minuten nach einem seeeeehr anstrengenden Spaziergang. Oder, wenn der Hund sowieso schon schläfrig herumliegt und keinen Bock hat, sich zu bewegen.)

Warum der Hund sich allein hinlegen soll? Wenn der Hund sich SELBST ablegt, ist das für dich das sichere Zeichen, dass er sehr entspannt ist. Und das wiederum bedeutet, dass er nicht gleich wieder aufspringen wird, solange rundherum alles "langweilig bleibt".

ZUKÜNFTIGES ÜBEN: 3-4 ERFOLGREICHE Übungen am Tag sind besser als 20 Mal den Hund korrigieren müssen. Wähle die Zeiten für das Kommando »Auf deinen Platz!« in dieser letzten Trainingsphase also weise!

Erfolgs-Tipp: Schicke den Hund in den kommenden 4 Wochen NUR DANN auf den Platz, wenn du sein Verhalten min. 5 Minuten lang (oder bis zum selbständigen Ablegen) ununterbrochen kontrollieren und ggf. korrigieren kannst. Es braucht einige Wochen, bis sich das Kommando "eingefleischt" hat. Danach spult der Hund es automatisch richtig ab, weil er es nur so kennt.

Der größte Fehler: Zu ungeduldig

Der größte Fehler, den wir beim Training machen können ist: Ungeduld. Natürlich wollen wir gern schnell Ergebnisse haben. Doch wenn wir ZU SCHNELL vorwärts reiten, verlieren wir unterwegs nur den Hund.

Und das bedeutet: Mittelfristig haben wir mehr Rückschläge, müssen am Ende sehr viel mehr wiederholen; oder bekommen im schlechtesten Fall sogar nur ein halb-gares Ergebnis. Das frustriert nicht nur dich, sondern auch den Hund. Denn ER WILL WIRKLICH. Er braucht nur seine Zeit, um es zu verstehen.

Wiederhole JEDEN SCHRITT, bis er wirklich sicher funktioniert. Erst dann mache den nächsten Schritt. Und schon in ein paar Tagen seid ihr beide glücklich: Du, weil das Kommando sicher sitzt; und dein Hund, weil du dich darüber freust, dass er es kapiert hat.

Dein Hund braucht für jeden Schritt 2 oder noch mehr Tage? Na und? Ihr habt EIN GANZES LEBEN vor euch. Was sind da 2, 3 oder auch 5 Tage für jeden Schritt, wenn das Kommando am Ende sicher funktioniert?

Dann dauert es eben 2 Wochen, bis er es kapiert hat; und einen weiteren Monat, bis er es absolut sicher ausführt. Danach könnt ihr es 10, 12 oder noch mehr JAHRE ganz sicher und selbstverständlich benutzen.

Fehler 2: Zu früh mit dem Training aufhören

Der zweitgrößte Fehler beim Training ist das zu frühe Aufhören mit dem Üben. Man glaubt: »So schwer kann das doch nicht sein. Das hat der Hund spätestens nach 30, 40 Übungen draufzuhaben.«

Und tatsächlich klappt es auch oft ganz gut. Doch es geht den Hunden wie den Menschen: Die Einen begreifen schneller; die anderen langsamer. Und wir wollen UNSEREN HUND SICHER INS ZIEL bringen.

Also üben wir lieber zu oft als zu wenig. Denn wir wollen eigentlich nie wieder das Kommando von Anfang an üben müssen, nur, weil sich da von Anfang an Fehler in der Ausführung eingeschlichen haben, die sich dann über Monate oder sogar Jahre verfestigen, nicht wahr?!

Es ist wie in der Schule: Wirklich sicher mit dem Üben aufhören können wir also erst, wenn der Hund das Kommando wirklich sicher - also JEDES MAL - korrekt ausführt. Und dazu machen wir gerade bei neuem Lernstoff immer mal wieder eine "Leistungskontrolle".

Tipps zum Üben

Klicke auf die folgenden Bereiche, um mehr zu erfahren:

Achte auf deine Stimme und deine Körperhaltung! Beginne die Übungen damit, dass du um die Ausführung des Kommandos "bittest". Sobald dein Hund das Kommando sicher kennt, beginnst du damit, es "einzufordern".

Doch niemals - wirklich NIEMALS - lasse dich zur Drohung hinreißen. Auch, wenn es nervt, weil ihr beide scheinbar keine Fortschritte macht und ständig wiederholen müsst. Wer hier droht, ist unecht dominant und wird vom Hund schon bald mit noch mehr Missachtung gestraft.

Übe das " Auf-den-Platz-Gehen" am besten, wenn dein Hund schon eine Weile nichts mehr gegessen hat.

Dein Hund ist bereit, für sein Futter zu arbeiten. Draußen, in der Natur, müsste er das auch machen. Und auch hier drinnen ist es nicht anders: Die Bereitschaft, etwas zu tun, ist umso höher, je größer der Appetit ist.

Es geht deinem Hund da genauso, wie dir: Mit vollem Bauch bist auch du träger, fauler und bequemer.

Für den Erfolg der Übungen ist es wirklich wichtig, dass dein Hund möglichst entspannt und ruhig ist.

Wenn er aufgeregt herumhopst, weil er glaubt, dass ihr gleich ein tolles neues Spiel spielen werdet, dann brauchst du gar nicht erst anfangen. Es würde nur euch beide frustrieren.

Mache vor den Übungen einen ausgiebigen Spaziergang. Gib deinem Hund hier ordentlich körperlich aber nur wenig geistig zu tun. Lass ihn sich bei "Stöckchen bzw. Ball holen" ordentlich auspowern.

Idealerweise ist dein Hund schon ein bisschen müde und würde sich gern ausruhen. (Das verlängert seine Zeiten auf der Matte erheblich.) Und wenn er sich tatsächlich ablegt, ist das ein voller Erfolg. Dann sind die Übungen zwar beendet; doch du hast dein Ziel erreicht.

Natürlich drängt es uns, unseren Hund auch zu loben, wenn er das Kommando mal richtig ausführt. Doch Vorsicht!

Wenn du nun losquatscht oder gar den Hund knuddelst, dann drehst du ihn nur unnötig auf. Wir brauchen aber unbedingt einen ruhigen und entspannten Hund. Je tiefenentspannter ihr beide seid, desto besser wird euch beiden das Üben gelingen.

Deshalb spare mit Lob! Glaube es oder nicht: Es ist für deinen Hund schon Lob genug, dass du dich ausgiebig mit ihm beschäftigst. Und er freut sich, wenn er deine Kommandos versteht und ausführen darf.

Solange du übst: Spare mit Streicheleinheiten! Spare mit Worten! Und spare mit deinen Bewegungen!

Je weniger du quatscht, je weniger du dich bewegst, je gezielter du Stimme und Körperhaltung einsetzt, desto einfacher machst du es deinem Hund. Das ist für ihn Lob genug! ... Zumindest während des Trainings.

Oh ja, wir kennen das alle: Da gibt man zum 5., 10., 15. Mal ein Kommando ... und was macht der Hund? Alles, nur nicht das, was er soll!

Doch "Ausflippen" und laut oder anderweitig energisch zu werden ist hier keine Lösung. Im Gegenteil: Es ist kontraproduktiv, weil dein Hund seinen "Ablege-Plaz" zunehmend als Strafe betrachtet.

Doch genau das wollen wir ja nicht. Wir wollen, dass er diesen Platz als "sein Reich" empfindet. Wir wollen, dass er sich dort wohlfühlt. Wir wollen, dass er gern dorthin geht.

Wenn du bei diesen Übungen die Geduld verlierst, höre lieber sofort auf, weiterzuüben! Deine Ungeduld überträgt sich auf den Hund und schadet dem Gesamt-Erfolg und dem Vertrauen des Hundes in dich.

Je weniger Ablenkung dein Hund hat, desto leichter fällt es ihm, den Übungen zu folgen.

Deshalb sorge dafür, dass dein Haushalt bei den Übungen möglichst langweilig ist. Entferne alle Hunde-Spielzeuge. Schalte Radio und Fernseher aus. Sorge für Ruhe im Haus! (Das gilt auch für die anderen Familienmitglieder, Hunde, etc.)

Nur du und dein Hund (und ggf. der zweite Übungspartner) bewegen sich nun noch im Haus. Ansonsten ist es, abgesehen von deinem Kommando, still und ruhig.

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