Die Grundregeln der Hunde-Erziehung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Anti-autoritäre "Erziehung" funktioniert beim Hund nicht.

(Mehr dazu hier: Warum anti-autoritäre Erziehung nicht funktioniert ... zumindest nicht beim Hund)

Hunde sind instinkt-gesteuert. Und als solche erwarten sie instinktiv ein "natürliches Umfeld". Und das bedeutet: Rudel, Grenzen, Regeln und Durchsetzung der Regeln.

Bekommen sie das nicht, suchen sie selbst nach den Grenzen. Und auf dem Weg dorthin entwickeln sie Störungen und Fehlverhalten. ... sie leiden.

1. Sei konsequent!

Beginnen wir mit dem wichtigsten Punkt: Zeige Konsequenz!

Wenn du etwas tust (oder lässt), dann mache es IMMER so. Hunde verstehen den Begriff "Ausnahme" nicht. Für sie ist jede Ausnahme eine Regel-Änderung. Und das Ende der Ausnahme ist eine neue Regel-Änderung.

Zu viele Ausnahmen verwirren deinen Hund und lassen dich in seinen Augen unberechenbar erscheinen.

"Konsequenz" heißt NICHT "Schimpfen oder Schlagen" Konsequenz bedeutet, etwas durchsetzen. Setze dich mit sehr großer Ruhe und Gelassenheit durch. Doch mache es!

Je ruhiger und selbstsicherer desto glaubwürdiger Aus Hunde-Sicht ist Lautstärke kein Argument. Für Hunde ist entscheidend, dass du etwas als "selbstverständlich" durchsetzt und nicht nachgibst (und auch keine "Ausnahmen" zulässt).

2. Sei geduldig!

Wie bei kleinen Kindern, so gilt es auch bei Hunden: Sei geduldig!

Nicht immer schafft man alles gleich gut. Auch Hunde haben mal schlechte Tage. Wenn etwas nicht oder nicht perfekt funktioniert, bleibe konsequent ... aber zeige Geduld! Wiederhole es, bis es wenigstens einigermaßen klappt.

3. Verlange Disziplin!

Hunde sind Rudel-Tiere. Und als solche müssen sie in Gruppen mit anderen Hunden leben können. Das heißt: Das Rudel verlangt Disziplin von ihnen.

Das solltest auch du machen: Zeige dem Hund seine Grenzen! Doch nicht "mit Gewalt", sondern mit Konsequenz und Geduld.

Nur ein Hund, der klare Grenzen innerhalb des Rudels hat, kann sich natürlich verhalten. Bekommt er keine Grenzen, dann sucht er sie verzweifelt. Und auf dem Weg dorthin handelt er sich jede Menge Verhaltensstörungen und Ticks ein, die ihm das Leben schwer machen.

4. Gib Zuneigung!

» Waaaassss?! ... Ich darf Zuneigung erst an letzter Stelle geben?«

Das stimmt nicht wirklich. Denn durch Konsequenz, Geduld & Disziplin gibst du deinem Hund bereits einen ganzen Berg Zuneigung: Du behandelst ihn so, wie es seine Natur ist. Das ist es, was die Welt eines Hundes ausmacht. Und das ist es, was ihm das Leben schön macht.

Und wenn du wirklich tierlieb bist, wirst du zuerst an deinen Hund denken; und ganz zuletzt an dich und deine emotionalen Bedürfnisse nach Streicheln, Kraulen und Schmusen.

Dein Hund braucht das alles nicht. Klar, er findet es schön, hin und wieder gekrault und gestreichelt zu werden; ohne jede Frage. Aber wenn du ihn wählen lassen würdest: »Guter Rudelführer oder toller Streichler?«, wäre seine Antwort eindeutig; denn sie steckt in seinen Genen. Und so, wie du nicht aus deiner Haut kannst, kommt auch ein Hund nicht aus seiner Haut.

Zuneigung ist Lob! Denke stets daran, dass dein Hund deine Zuneigung als Lob auffasst. Er fühlt sich für das, was er gerade tut, belohnt.

Richtiges Timing ist wichtig! Gibst du Zuneigung zum falschen Zeitpunkt, verstärkst du möglicherweise falsches Verhalten!

In dieser Reihenfolge!

Bewahre diese Reihenfolge bei der Erziehung deines Hundes. Und du wirst zum Dank einen liebevollen und treuen Partner bekommen.

Sei IMMER konsequent & geduldig,
verlange MEISTENS Disziplin
und gib EIN BISSCHEN Zuneigung!